Unterweißbach. Der Probestau an der Talsperre Leibis bei Unterweißbach in Thüringen steht kurz vor dem Abschluss. Bisher seien alle Tests und Messungen zum Beispiel zur Standfestigkeit der Mauer erfolgreich verlaufen, sagte der Leiter der Probestaukommission, Jens Peters, am Freitag in Unterweißbach. Im Herbst rechne er mit der Erteilung der endgültigen Betriebserlaubnis für den mutmaßlich letzten Talsperrenneubau in Deutschland.

Derzeit sei das Rückhaltebecken bis zum Maximum gefüllt und das Wasser fließe kontrolliert über den Überlauf ab, sagte Peters. Pro Sekunde flössen drei bis vier Kubikmeter Wasser über den Überlauf. Voraussichtlich am Wochenende werde dieser kontrollierte Überlauf noch andauern. Danach soll der Pegel im Stausee auf normales Betriebsniveau abgesenkt werden.

Die mit 102,5 Metern Höhe zweithöchste Staumauer in Deutschland war im Mai 2006 eingeweiht worden. Danach hatte der Probestau begonnen. Nur die Rappbode-Talsperre in Sachsen-Anhalt ist mit 106 Metern noch höher. Die Talsperre Leibis dient der Trinkwasserversorgung für rund 400 000 Einwohner in Ostthüringen und dem Hochwasserschutz.

Die Baukosten beliefen sich nach Angaben des thüringischen Umweltministeriums auf 150 Millionen Euro, von denen das Land 77 Prozent trug. Einschließlich der bereits zu DDR-Zeiten geleisteten Planungs- und Vorbereitungsarbeiten und der Ausgleichsmaßnahmen kostete die Talsperre rund eine halbe Milliarde Euro.

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