Hamburg. Der deutsche Versandhandel blickt dank seiner Online-Kunden optimistisch in die Zukunft. Für das laufende Jahr erwarte die Branche ein Plus von 2,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro Umsatz, sagte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh), Thomas Lipke bei der Vorstellung der Verbraucherstudie «Distanzhandel in Deutschland» (TNS Infratest) am Dienstag in Hamburg. Damit wachse der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel auf 7,6 Prozent.

Die Prognose zeige deutlich, dass sich weder die Finanz- und Wirtschaftskrise noch die Insolvenz des Versandhauses Quelle negativ auf die Gesamtbranche ausgewirkt hätten, sagte Lipke. «Statt in den Stationärhandel abzuwandern, nutzen die ehemaligen Quelle-Kunden ganz offensichtlich das breite Angebot an Waren und Anbietern, das die Branche bietet», sagte er.

Besonders der Handel übers Internet werde der Branche 2010 erneut starke Zuwächse bescheren. In diesem Bereich wird ein Plus von 15 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 17,8 Milliarden Euro erwartet. Damit erwirtschafte der Versandhandel inzwischen 59,5 Prozent seines Warenumsatzes im Internet. Insgesamt werden die Deutschen den Angaben zufolge 2010 rund 12 Prozent mehr im Internet ausgeben als 2009.

Weitere Zuwächse in diesem Bereich verspricht sich Lipke durch die Verbreitung von Smartphones, also Telefone mit Internetanbindung. Konsumenten hätten in Zukunft die Möglichkeit, vor Ort Ladenpreise mit Onlinepreisen zu vergleichen. «Das ist der Albtraum für jeden Ladenverkäufer», sagte er.

Der bvh hat nach eigenen Angaben 300 Mitglieder, die 75 Prozent des Versandhandelsumsatzes in Deutschland repräsentieren. Der Verband plant, Anfang nächsten Jahres seinen Hauptsitz von Frankfurt nach Berlin zu verlegen.

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