Berlin. Mit einer Kampagne wollen die Deutsche Umwelthilfe (DHU) sowie Vertreter des Getränkehandels erneut auf die Vorteile von Mehrweg-Flaschen hinweisen. Diese schonten Ressourcen, vermieden Müll und schonten die Umwelt, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin. Zugleich warf er den Herstellern von Einweg-Plastikflaschen vor, ihre Verpackungen mit Studien schön zu rechnen. Diese Ökobilanzen hielten einer kritischen Überprüfung jedoch nicht stand. Beispielweise tauchten in der jüngsten Untersuchung ausländische Mineralwässer in Einwegflaschen, die bei stillen Wässern Marktführer seien, gar nicht auf, obgleich deren Verpackungen besonders viel Plastik enthielten.

Zur Erhöhung des Mehrweg-Anteils forderte der Geschäftsführer des Verbandes privater Brauereien, Roland Demleitner, eine Lenkungsabgabe von 20 Cent auf Einwegflaschen. Laut einer Umfrage von Mitte April sei der Großteil der Bevölkerung dazu bereit.

Der Vorsitzende des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels, Sepp Gail, plädierte zudem für eine deutlichere Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweg-Flaschen. Zur Begründung verwies er darauf, dass die Hälfte der Verbraucher Mehrweg- nicht von Einweg-Flaschen unterscheiden könne. Zudem sei vielen Verbrauchern unverständlich, dass nur bestimmte Einweg-Flaschen bepfandet würden. Vielmehr müsse Pfand auf alle Einweg-Flaschen erhoben werden, sagte er.

An der Kampagne «Mehrweg ist Klimaschutz» nehmen den Angaben zufolge mehr als 5000 Partner teil.

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