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Mit der neuen Faurecia-Technologie klingt ein Vierzylinder jetzt wie ein V8-Sportwagen

Frankfurt am Main (ots) – Faurecia zeigt Technologie, die aus dem Sound eines normalen Vierzylinders den eines V8-Sportwagens herausholt. Aber es geht auch in die andere Richtung: Ebenfalls von Faurecia stammt ein „Ohrenschützer“ für Abgasendrohre. All das wird in dieser Woche auf der IAA in einem Vorführmodell für dynamische Klangtechnologie an der Auspuffanlage gezeigt. Eine Live-Demonstration mit einem echten Fahrzeug, nicht weit vom Faurecia-Stand entfernt, sorgt für bleibende Eindrücke.

Quellenangabe: "obs/Faurecia"
Quellenangabe: „obs/Faurecia“

Die strengen Umweltvorschriften in Europa hatten einen zunächst nicht erwarteten Nebeneffekt: Um die vorgeschriebenen Emissionsgrenzen einhalten zu können, mussten die Automobilhersteller an den Abgasanlagen ihrer Diesel Vorrichtungen zur Emissionskontrolle einbauen, durch die die Motorengeräusche zusätzlich gedämmt werden. Dadurch kommen viele Oberklassewagen, die für Leistung und ein hohes Drehmoment bekannt sind, nun ziemlich leise daher, was wiederum die Fahrer enttäuscht. Faurecia bietet Technologien an, durch die Autohersteller ihre Dieselfahrzeuge mit zusätzlichem, individuell gestaltbarem Klang ausstatten können. Dazu wird neben dem Endrohr ein Lautsprecher in ein Gehäuse eingesetzt. Dieser wird über das ECU (Electronic Control Unit = Elektronisches Steuergerät) des Autos gesteuert und kann speziell entworfene Geräusche generieren. Das ECU berechnet die Tonstärke und -art je nach Geschwindigkeit und Belastung des Wagens und erzeugt Geräusche, die an einen kraftvollen Motor erinnern.

Auf der anderen Seite sind Benziner mit Turbolader oft störend laut. Also nutzt Faurecia ein ganz ähnliches System zur Geräuschtilgung. Anhand eines in das ECU integrierten Algorithmus produziert der Lautsprecher neben dem Endrohr eine Frequenz, die nah an der Gegenfrequenz des gerade erzeugten Geräusches liegt. Das ECU überwacht die Lärmfrequenz konstant. Beschleunigt oder bremst der Fahrer, ändert sich das vom Lautsprecher generierte Geräusch, um die gegensätzlichen Frequenzen synchron zu halten. Das Ergebnis sind sehr leise Auspuffgeräusche. Diese wiederum kann das System durch ein angenehmeres und passenderes Geräusch verstärken, genau wie bei der dynamischen Klangerzeugung in Dieselfahrzeugen. Das System kann auch in Hybridfahrzeugen zur Tilgung von Auspuffgeräuschen verwendet werden, wenn der benzinbetriebene Motor läuft.

Am Messestand von Faurecia werden die aktive Geräuschtilgung und die dynamische Klangerzeugung anhand eines Tablets vorgeführt, mit dem die Besucher verschiedene Klangprofile abspielen können. Dabei können sie die Geräusche auch unterdrücken und dann den Klang eines Vierzylinders durch den eines Sechs- oder Achtzylinders ersetzen. Die von diesem System benutzte Hardware wird im originalgroßen Modell eines Fahrzeughecks sichtbar sein. Vor der Halle demonstriert Faurecia die Technologie während der Fachbesuchertage am Beispiel eines echten PKW.

„Der Klang eines Fahrzeugs ist ein wichtiger Faktor für das Image einer Marke bei den Kunden“, bemerkt Luc Herbin, Vice President R&D bei Faurecia Emissions Control Technologies. „Die Hersteller bewerten und implementieren die effizientesten Arten, die dynamische Klangtechnologie an der Auspuffanlage einzusetzen, um den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Faurecia ist für alle Optionen beim Sounddesign gerüstet: vom ECU bis hin zu den Lautsprechern und Ummantelungen.“

Die dynamischen Klangtechnologien an der Auspuffanlage werden für das Modelljahr 2017 zur Verfügung stehen. Ein halbes Dutzend Autohersteller aus der ganzen Welt hat für die Ober- wie für die Mittelklasse bereits Interesse an diesem System angemeldet.

Auf der IAA 2013 in Frankfurt finden Sie Faurecia am Stand B12 in Halle 5.1.

Faurecia ist einer der weltweit führenden (Nr. 6 weltweit) Automobilzulieferer in vier bedeutenden Bereichen: Technologien zur Emissionskontrolle, Autositze, Innenraumsysteme und Automotive Exteriors. Die Gruppe erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte Faurecia 94.000 Mitarbeiter in 34 Ländern an 320 Standorten (davon 30 F&E-Zentren). Faurecia ist an der NYSE Euronext Paris und am OTC-Markt der Vereinigten Staaten von Amerika notiert.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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