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Hürden für Factoring gesenkt

Angesichts zurückhaltender Banken, langer Zahlungsziele und knapper Kassen schauen sich Mittelständler vermehrt nach alternativen Finanzierungswegen um. Factoring schließt hier Lücken, denn bereits ab 100.000 Euro Jahresumsatz ist der Rechnungsverkauf möglich und schlanke Prozesse halten die Kosten im Rahmen.

Fast in jeder Branche gilt: Wer konkurrenzfähig bleiben will, muss investieren. Allerdings fällt es vielen Unternehmen schwer, stets die nötigen Mittel flüssig zu machen. Denn einerseits wirkt sich der Hang einiger Kunden zum sogenannten „Lieferantenkredit“ fatal aus, andererseits binden die Basel-Regelwerke vielen Bankern die Hände. Wer keinen Puffer hat, steht schnell vor einem Engpass. In dieser Situation können Unternehmen ihre Zahlungseingänge erheblich beschleunigen, wenn sie einen Teil ihrer Forderungen verkaufen. Factoring nennt sich das Prinzip, bei dem ein externer Dienstleister offene Rechnungen gegen eine Gebühr kauft und das Forderungsmanagement ganz oder teilweise übernimmt. Längst gilt diese Art der Finanzierung als wichtige Ergänzung und es ist breiter Konsens bei den Banken, dass Factoring bilanziell positiv zu bewerten ist.

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Geschichte Factoring – Bild: Martin Schwer Text & Konzept GmbH

Factoring bereits ab 100.000 Euro Jahresumsatz

So ist es auch kein Wunder, dass Großunternehmen Factoring bereits seit Jahren routinemäßig in ihren Finanzierungsmix mit einbeziehen. Schlanke Prozesse eröffnen diese Möglichkeit nun auch den Kleinen zu vertretbarem Aufwand. Bereits ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro rechnet sich der Rechnungsverkauf und ob dieser auch Sinn ergibt, lässt sich im Internet schnell und anonym herausfinden. Der Kölner Factoringdienstleister abcfinance beispielsweise bietet mit www.fastfactoring.de ein Portal, über das sich alle nötigen Schritte online abwickeln lassen. Der Ablauf ist simpel: Zunächst beantragen die Unternehmer einen Zugang, indem sie vorab über den „fastfactoring-Check“ anonym prüfen, ob ihre Firma geeignet ist. Dabei geht es um Angaben wie Jahresumsatz, Kundenzahl und Höhe der Betriebsrendite. Ist Factoring grundsätzlich möglich und will das Unternehmen diese Finanzierungsform nutzen, sind individualisierte Angaben zu Umsätzen, Umsatzerwartungen, Außenständen oder Forderungsausfällen nötig. All das geschieht über eine sichere Internetverbindung. Per Upload oder per Post benötigt abcfinance zudem Belege wie Jahresabschlüsse, Betriebswirtschaftliche Auswertungen oder AGBs. Auf dieser Grundlage prüfen die Spezialisten dann die Anfrage. Finanzierungsentscheidungen aufgrund der eingereichten Unterlagen ergehen in der Regel binnen 48 Stunden. Fehlt nur noch die Unterschrift unter die Vereinbarung und die Liquidität steht zum Abruf bereit.

Geregelter Ablauf

Das tägliche Factoring-Geschäft läuft dann sehr simpel ab: Das Unternehmen reicht seine Rechnungen nach Rechnungsstellung ein und erhält in der Regel binnen weniger Tage 80

der Rechnungssumme ausgezahlt. Die restlichen 20 Prozent folgen, sobald der Debitor seinerseits bezahlt hat. Grundsätzlich besteht jedoch eine 100%ige Ausfallabsicherung der angekauften Forderungen. Die Technik dahinter: In der Regel erfolgt die Übermittlung der Rechnungen über ein Internetportal, das sich leicht von jedem internetfähigen Arbeitsplatz-PC erreichen lässt. Dieses Prinzip bietet die nötige Flexibilität und spart damit Zeit und Geld. Es eröffnet auch kleinen und mittelständischen Unternehmen einen einfachen Zugang zur Finanzierungsform Factoring, ohne interne Prozesse auf den Kopf stellen zu müssen. Dabei kann der Nutzer zudem frei entscheiden, welche Rechnungen überhaupt an den Factor gehen. In der Regel bearbeiten die Unternehmen schnelle und zuverlässige Zahler weiter in Eigenregie und senken damit ihre Factoring-Kosten.

Geringe Kosten

Grundsätzlich lassen sich die Kosten von Factoring nicht über einen Kamm scheren, sie hängen vielmehr vom Einzelfall ab. Zu Buche schlagen etwa Zinsen und Gebühren. Erstere fallen deshalb an, weil der Factor die angekauften Rechnungen bevorschussen und das Ausfallrisiko übernehmen muss. Gebühren werden zum Beispiel für das Forderungsmanagement fällig. Deren Höhe richtet sich in der Regel nach dem Jahresumsatz. Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich die Gesamtkosten in der Regel zwischen einem und drei Prozent der Rechnungssumme bewegen. Diese Zahl beziffert jedoch nicht die tatsächlichen Kosten für ein Unternehmen. Denn Firmen profitieren von der Auslagerung des Mahn- und Inkassowesens, eigene Kapazitäten werden also frei und so lassen sich oft Kosten senken. Darüber hinaus lässt sich die schnell verfügbare Liquidität oftmals dazu nutzen, Skonti gezielt auszunutzen. Die tatsächlichen Kosten von Factoring berechnen sich daher immer individuell und unter Verrechnung der Einsparungen.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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