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Faurecia hat die Verbundstoffe der Zukunft im Visier

Frankfurt am Main (ots) – Faurecia prescht bei den Verbundstoffen voran und setzt in puncto Gewichtsreduzierung für strukturelle, halbstrukturelle und Karosserieteile neue Maßstäbe. Auf der IAA werden die Verbundstoffe der Zukunft auf einer stilisierten Autosilhouette vorgeführt, an der sich eindrucksvoll die von Faurecia entwickelte breite Palette von Komponenten für alle Bereiche des Fahrzeugs zeigen lässt. Dabei wird besonders hervorgehoben, wie mit Verbundstoffen Gewicht eingespart werden kann.

„Während Verbundstoffe üblicherweise in Rennwagen und Jumbo-Jets Verwendung finden, um dort Gewicht einzusparen, arbeitet Faurecia daran, die entsprechenden Herstellungstechniken auch auf strukturelle, halbstrukturelle und Karosserieteile von Autos anzuwenden,“ so Jacques Hoffner, Vice President R&D bei Faurecia Automotive Exteriors. „Wir erwarten, dass diese Materialien und Verfahren für die Fahrzeuggeneration von 2018 bis 2020 verfügbar sein werden, um die für 2020 vorgesehenen Standards für CO2-Emissionen zu erfüllen.“

Quellenangabe: "obs/Faurecia"
Quellenangabe: „obs/Faurecia“

Mit den Karosserieteilen, ob nun in reinem Carbon oder auch in Karosseriefarbe lackiert, wendet sich Faurecia an die Luxus- und Sportwagenklasse, wo die höchsten Erwartungen an Verarbeitung und Passgenauigkeit gestellt werden. Freude am Detail und einzigartiges Design stehen hier im Vordergrund. Oberstes Ziel ist aber immer noch die Gewichtsreduzierung gegenüber traditionellen Komponenten aus Aluminium oder anderen Metallen. Freiliegende Carbonteile wie Spoiler, Dachelemente, Motorhauben, Sideblades oder Ausbausätze müssen einwandfrei sein, denn alle ihre Bestandteile sind am Endprodukt sichtbar. Die Produktionsprozesse ähneln handwerklichen Verfahren, etwa das Resin Transfer Molding (RTM) zur Herstellung außen liegender Karosserieteile aus Kohlefaser. Faurecia hat auf diesem Gebiet bereits zehnjährige Erfahrung. Jedes Teil wird streng kontrolliert, um volle Kundenzufriedenheit mit diesen hoch differenzierten und individuellen Produkten zu gewährleisten. Auch Teile in Karosseriefarbe stellen höchste Anforderungen an Qualität und Verarbeitung. Sie können mit Glas- oder Kohlefaser verstärkt werden, was die Anwendung des Sheet-Molding-Composite-Verfahrens (SMC) ermöglicht. Anschließend werden sie in Karosseriefarbe lackiert. Der größte Vorteil gegenüber Stahl oder Aluminium ist die drastische Gewichtseinsparung bei Teilen wie Verkleidungen, Stoßfängern, Motorhauben und Heckklappen.

Die halbstrukturellen Teile von Faurecia sind für Luxus- und Sportwagen ausgelegt, wo eine größere mechanische Robustheit gefordert ist als in den unteren Klassen, da diese Teile das Fahrgestell mit der Karosserie verbinden. Das oberste Ziel ist die Gewichtsreduzierung ohne Kompromisse bei der Steifigkeit – ein Schlüsselaspekt in diesen Fahrzeugklassen. Typische Teile, in denen Kohlefaserverbundstoffe verwendet werden, sind die Verstärkungen der A-Säule oder die Einfassung der Heckklappe, wo sich gegenüber Glasfaser 50 % an Gewicht einsparen lässt. Faurecia verfügt bereits über einschlägige Erfahrungen in der Anpassung der Entwürfe und Herstellungsverfahren an die Bedürfnisse der Kunden. Technologien wie SMC oder RTM mit langen oder durchgängigen Fasern kommen für Glas- und Kohlefaserverstärkungen gleichermaßen zum Einsatz.

Bei den strukturellen Teilen geht es den Autoherstellern um Gewichtsreduzierung zu bezahlbaren Preisen für die Mittelklasse. Die oberen Klassen brauchen solche Lösungen vor allem für hochwichtige Strukturteile wie Fahrzeugböden und Stirnwände, bei denen sich alles um ein besonders gutes Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht dreht. Denn die Kunden dieses Segments erwarten leichte Komponenten ohne Kompromisse bei Steifigkeit und Sicherheit. Faurecia schätzt, dass die verstärkte Verwendung von Verbundstoffen für Strukturteile das Gewicht solcher Komponenten um 40 % verringern kann. Dank der Erfahrungen auf dem Gebiet der Luxus-, Sport- und Hochleistungsfahrzeuge hat Faurecia auch das Know-how für die Kleinserienproduktion von Sicherheits-Fahrgastzellen. Dadurch sollen die Hersteller bei der Produktion der Strukturteile der nächsten Generation unterstützt werden. Der Fokus liegt dabei auf Materialien und Verfahren, die Zykluszeiten von weniger als zwei Minuten pro Bauteil möglich machen.

Faurecia entwickelt zur Zeit Verfahren, mit denen sich diese drei Arten von Teilen in hoher Stückzahl für Mittelklassewagen fertigen lassen, um auch dort Gewicht einzusparen. Verbundstoffe sind in solchen Fahrzeugen bisher nur in sehr geringem Umfang zum Einsatz gekommen, aber Faurecia arbeitet daran, Glas- und Kohlefaser für strukturelle Komponenten bei den geplanten Massenproduktionsverfahren zum Einsatz zu bringen.

Auf der IAA 2013 in Frankfurt finden Sie Faurecia am Stand B12 in Halle 5.1.

Faurecia ist einer der weltweit führenden (Nr. 6 weltweit) Automobilzulieferer in vier bedeutenden Bereichen: Technologien zur Emissionskontrolle, Autositze, Innenraumsysteme und Automotive Exteriors. Die Gruppe erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte Faurecia 94.000 Mitarbeiter in 34 Ländern an 320 Standorten (davon 30 F&E-Zentren). Faurecia ist an der NYSE Euronext Paris und am OTC-Markt der Vereinigten Staaten von Amerika notiert.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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