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E.on Ruhrgas reduziert Gasimport aus Russland

Berlin. Der Energieversorger E.on Ruhrgas wird in diesem Jahr wahrscheinlich weniger Gas aus Russland importieren als in den langfristigen Lieferverträgen vorgesehen. Wie Vorstandschef Bernhard Reutersberg der in Berlin erscheinenden Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstagausgabe) sagte, werden unter Umständen die Mindestabnahmemengen nicht erreicht. In diesem Fall werde E.on eine nicht näher definierte Summe an den russischen Staatskonzern Gazprom überweisen, ohne dafür jetzt schon Gas zu beziehen.

Diese Mengen könnten dann später abgenommen werden, betonte Reutersberg. Es mache heute wirtschaftlich keinen Sinn, das Gas zu einzuführen und über die Börsen zu verkaufen. Nach Recherchen der «Welt» liegen die Preise an den Spotmärkten unter den Importtarifen aus Russland.

In den vergangenen drei Quartalen musste E.on Ruhrgas einen Gewinneinbruch von über 30 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro vor Steuern und Abschreibungen hinnehmen. Als Ursachen nannte Reutersberg fallende Preise, sinkende Umsätze und niedrigere Dividenden aus der Ruhrgas-Beteiligung an Gazprom. «Zusätzlich drückt die staatliche Regulierung der Netze in Millionenhöhe auf unseren Gewinn», sagte Reutersberg.

Reutersberg gab ferner bekannt, dass Deutschlands größter Energiekonzern E.on seine Gasaktivitäten neu ausrichten will. Demnach soll die Netzsparte bis Sommer kommenden Jahres abgespalten werden. Rund 1200 Mitarbeiter würden dazu in die E.on Gastransport überführt. Das Eigentum an den Netzen will der Konzern zwar behalten, allerdings soll die Bewirtschaftung der Gaspipelines komplett von den übrigen Aktivitäten getrennt werden.

Zudem soll der Großhandel mit Gas, den bisher E.on Ruhrgas alleine verantwortete, in Zukunft unter dem Dach der E.on Energie gesteuert werden, die für den gesamtdeutschen Vertrieb verantwortlich ist. Operativ allerdings werde der Gas- und Stromverkauf an Stadtwerke, Industriebetriebe und andere Großkunden in Essen an den Standorten der E.on Ruhrgas abgewickelt, sagte Reutersberg. Zudem sei Ruhrgas personell eng mit der Vertriebsgesellschaft verflochten und könne so Einfluss nehmen.

ddp.djn/spa

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