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Die USA als Low Cost-Land

Währungsbedingte Einsparungen von bis zu 40 %, modernste Technologien, Subventionen und loyale Mitarbeiter bieten besonders deutschen mittelständischen Unternehmen Wachstumschancen.

Anfang Dezember 2009 kündigte der Automobilhersteller Daimler an, die Produktionsstätte Sindelfingen ab 2014 zu schließen, um zukünftig die Mercedes C-Klasse hauptsächlich in den USA sowie in China und Südafrika zu bauen. Auch andere deutsche Industrieunternehmen verlagern aufgrund des aktuell niedrigen Dollars ihre Standorte nach Amerika.

Der amerikanische Dollar ist gegenüber dem Euro so schwach wie selten zuvor. 2009 sank die US-Währung zeitweise auf 1,50 Dollar je Euro. Das belastet zwar die deutsche Wirtschaft, die wie kaum ein anderes Land stark von Exporten abhängig ist, doch bietet der Tiefstand der amerikanischen Währung auch viele Chancen und neue Möglichkeiten für deutsche Unternehmen. Denn die USA sind ein Low Cost-Land geworden, mit einer Fülle an positiven Faktoren, die inzwischen ausländische Unternehmen anlocken.

Der NAFTA-Beschaffungsmarkt bietet alles
Der Gewinn, den ein Unternehmen aus der Euro-Zone erzielt, wenn es Waren in die USA verkauft wird üblicherweise durch den Transfer in die Heimatwährung geschmälert. Aus gutem Grund haben viele Firmen in Amerika eine Niederlassung: Noch effektiver ist es, mit dem eingesparten Geld gleich in den USA einzukaufen. Bei der momentanen währungsbedingten Einsparung von 35-40% können damit auch große Investitionen finanziert werden, angefangen vom Zulieferermaterial aus Metall bis hin zu Immobilien für einen neuen Produktionsstandort in Amerika.

USA, Kanada und Mexiko sind Beschaffungsmärkte, die alles bieten: Technologie auf höchstem Niveau, eine traditionsreiche Automobil- und Flugzeugindustrie, modernste Militärtechnologie. Der NAFTA-Beschaffungsmarkt bietet qualitativ das Gleiche, was Deutschland zu bieten hat. Und stellenweise noch mehr, zum Beispiel auf dem elektronischen Sektor. Computerchips kommen fast ausschließlich aus den USA und Asien.

Amerikanische Arbeitnehmer sind flexibler
Deutsche Unternehmen und die deutsche Technologie genießen nach wie vor ein hohes Ansehen in Amerika. Deutschland ist ein hochproduktives Land, das mit den neuesten Maschinen arbeitet. Es bleibt aber nur durch die niedrigeren Lohnstückkosten weiterhin wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt. Mit einer Verlagerung der Produktion nach USA steht ein leistungsfähiges deutsches Unternehmen im Wettbewerb noch viel besser da.

Dazu kommt der Faktor Mitarbeiter. Amerikaner wechseln ihren Arbeitsplatz viel seltener. Der amerikanische Arbeitnehmer ist von Grund auf wesentlich loyaler – wenn er darauf zählen kann, dass das Unternehmen ihm langfristig einen Arbeitsplatz sichert. In den USA ist es nicht unüblich, dass die Arbeitszeiten sich auch aufs Wochenende ausdehnen und es gibt – außer in den traditionellen Produktionsindustrien wie der Auto- und Flugzeugindustrie – so gut wie keine Streikkultur, und bei den mittelständischen Unternehmen keine Gewerkschaftsverbindungen.
Der amerikanische Angestellte hat weniger Urlaubstage als der deutsche: Es sind ein bis zwei Wochen dort im Vergleich zu sechs Wochen hier. Dazu ist die Anzahl der Krankheitstage bei Arbeitnehmern in den USA weitaus geringer als hier. Und Löhne und Gehälter entwickeln sich durch die Wirtschaftskrise eher weiter nach unten als nach oben.

Gute Wachstumschancen für den deutschen Mittelstand am Standort USA
Ein Produktionsstandort in USA profitiert außerdem von niedrigeren Energiekosten sowie einem günstigeren Quadratmeter- und Gebäudepreis. Unternehmen haben dort Zugriff auf Subventionen und Steuererleichterungen durch die Bundesstaaten, die sich untereinander gerne überbieten, um mehr Arbeitsplätze in ihrer Region zu schaffen. Je höher die Arbeitslosigkeit ist, umso besser die Konditionen.

Währungsspezialisten rechnen 2010 mit einem weiteren Absinken des US-Dollars gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung um sieben Prozent. Die USA haben schon seit vielen Jahren ein riesiges Haushaltsdefizit und sind verstrickt in diverse kostenintensive Kriege. Eine Erholung des Dollars ist nicht in Sicht. Die meisten großen Konzerne sind bereits seit Jahren in den USA präsent und die Automobilhersteller produzieren schon lange in Amerika. Jetzt sind die Wachstumschancen für deutsche, mittelständische Unternehmen durch einen Standort in den USA so gut wie nie zuvor.

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Über den Autor
Dieter Massek war bis 2007 Vice President für Technology Procurement und Direktor für General Procurement Operations sowie Direktor für den internationalen Einkauf bei IBM in New York. In seiner langjährigen Laufbahn bei IBM hat Dieter Massek als Spezialist für die NAFTA-Region (Amerika, Mexiko und Kanada) und als Verantwortlicher für die Region Asien die Märkte weltweit intensiv analysiert und für IBM Wettbewerbsvorteile durch substantielle Einsparungen erzielt. Mit seiner in den USA ansässigen Firma DM Procurement Consulting LLC berät er mittelständische deutsche Unternehmen beim Einkauf von Produktionsteilen bei Produktanläufen, Preis- und Vertragsverhandlungen sowie bei der Qualitätsunterstützung und begleitet die Einkaufsprojekte bis zum erfolgreichen Abschluss gewissermassen als verlängerter Arm des Einkaufs. Er begleitet seine Kunden beim Ausbau der Produktion in die USA, angefangen bei Field Engineering über die Koordination von Gebäude- und Landkauf bis hin zur Kommunikation und Vertragsabschlüssen mit den jeweiligen US-Bundesstaaten.

Als amerikanischer und deutscher Staatsbürger mit großer Erfahrung in Unternehmen aus beiden Ländern ist er vertraut mit den kulturellen Unterschieden und nimmt als Berater, sowohl für amerikanische wie auch für deutsche Unternehmen, eine Brückenfunktion zwischen den zukünftigen Partnern ein.

Pressekontakt:

Bernhard Lermann
Lermann PR
Tel. +49 (0)8106-300 902
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