Verbandschefin Ostermann: „Ich kann nicht erkennen, inwiefern die Piraten eine liberale Partei sein sollen“

Berlin, 5. Dezember 2011. Die Bundesvorsitzende des Verbandes Die Jungen Unternehmer, Marie-Christine Ostermann, hat am Montag die Positionierung der Piratenpartei kritisiert, die diese auf ihrem Parteitag am Wochenende in Offenbach vorgenommen hat: „Die Piraten entpuppen sich als phantasielose Umverteilungspartei. Die Partei verspricht den Bürgern ein Füllhorn an Wohltaten, hat aber kein überzeugendes Konzept, wie all das finanziert werden soll. Die Piraten versuchen, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Von einer jungen Partei hätte ich frischere Ideen erwartet. Ich kann nicht erkennen, inwiefern die Piraten eine liberale Partei sein sollen. Es reicht nicht aus, sich ein paar Elemente aus dem Bürgerrechtsliberalismus herauszupicken. Ein ganzheitlicher Liberalismus umfasst auch wirtschaftlichen Liberalismus. Hiervon sind die Piraten viele Seemeilen entfernt.“

Ostermann sagte weiter: „Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist leistungsfeindlich und nicht finanzierbar. Eine Gesellschaft, die Sozialleistungen mit der Gießkanne verteilt, ist undynamisch und ungerecht. Der Piratenpartei mangelt es außerdem an Respekt vor geistigem Eigentum. Wer das Urheberrecht aufweichen will, bremst Kreativität und Innovation aus. Ich habe den Eindruck, dass die Piraten hier ziemlich in der Takelage hängen. Verständnis äußerte Ostermann für die Kritik der Piraten an einem Demokratiedefizit bei der Euro-Rettungspolitik: „Es ist in der Tat problematisch, wenn wichtige Entscheidungen immer mehr von den Parlamenten zu den Staats- und Regierungschefs verlagert werden. Dass die Piraten hier den Finger in die Wunde legen, ist in Ordnung.“

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Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de in der Redaktion erreichbar.

Kommentare

  1. Rolf
    5. Dezember 2011 um 16:23 Uhr

    Lustig das die FDP genau das gleiche hat mti den Namen Bürgergeld. Und da ist es dann ganz super laut Frau Ostermann. Und das bei der Reform des Urheberrechts die Rechte der Urheber gestärkt werden hat Sie wohl auch nicht bemerkt. Zudem wurden deutliche Mittelstandsanträge ala Zwangsmtiglieschaft i nder IHK abschaffen deutlich angenommen. Aber durch die rosarote FDP-Brille sieht man halt nicht gut

  2. Benne
    5. Dezember 2011 um 16:39 Uhr

    Und wieder jemand der das beschlossene nicht verstanden (oder gelesen) hat..

  3. Filosof
    5. Dezember 2011 um 17:23 Uhr

    Vieles wird für unmöglich gehalten – bis es jemand macht.

  4. Henrik Wittenberg
    6. Dezember 2011 um 22:01 Uhr

    Grundeinkommen ist nicht links, sondern notwendig. Und Sozialliberal zu sein, heißt nicht, links zu sein. Linkspartei und SPD sind gegen ein Grundeinkommen, nicht weil sie sich als unsozial verstehen, sondern weil sie einen linken Arbeitsbegriff vertreten, bei dem Arbeit einseitig als Erwerbsarbeit definiert wird. Der Arbeitsbegriff, der in der Idee des Grundeinkommen enthalten ist, ist wesentlich weiter, weil er ein liberaler Arbeitsbegriff ist. Das Grundeinkommen ist die konsequente Umsetzung des Prinzips „Freiheit statt Angst“ in der Arbeitsmarktpolitik, wodurch erstmals ein echter Arbeitsmarkt und eine echte soziale Marktwirtschaft umgesetzt wären.

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