Hamburg. Im Streit um die Finanzierung des Airbus-Militärtransporters A400M prüft Deutschland Presseangaben zufolge anstelle zusätzlicher Geldzahlungen eine staatliche Bürgschaft. Damit könnte der EADS-Konzern mit seiner Airbus-Tochter kostengünstig Kredite aufnehmen, und die Bundesregierung würde eine direkte Belastung des Bundeshaushalts verhindern, schreibt die «Financial Times Deutschland» (Dienstagausgabe) unter Hinweis auf Informationen aus mehreren verhandlungsnahen Quellen. So werde zwischen den Ministerien für Verteidigung, Wirtschaft und Finanzen untersucht, wie das Bürgschaftsmodell im Detail aussehen könnte, damit diese Lösung EADS in der Bilanz weiterhilft.

Die sieben A400M-Kundenländer sollen sich dem Vernehmen nach nur darin einig sein, den Militärtransporter anzuschaffen – nicht aber über die Reaktion auf die Nachforderungen von EADS/Airbus, schreibt die Zeitung weiter. Nach der Grundformel «Ein einheitliches Ziel, aber unterschiedliche Wege» könnten die sieben beteiligten Länder unterschiedliche Finanzierungs- und Abnahmemodelle vorschlagen – durch zusätzliche Zahlungen, durch Bürgschaften oder indem weniger Flugzeuge abgenommen werden.

Nach Informationen der Zeitung prüfen die Staaten als Ausgleich für ihre zusätzliche Finanzierung auch eine Beteiligung an künftigen Exporterfolgen des A400M-Modells.

ddp.djn/mar

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