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Deutsche Wirtschaft beobachtet Libyen mit wachsendem Interesse – „Tangiert uns positiv“

– Anlagenbauer und Baufirmen engagiert

Die deutsche Wirtschaft verfolgt die Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis mit wachsendem Interesse. Ein mögliches Ende des Bürgerkrieges in Libyen „tangiert uns positiv“, sagte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, am Dienstag in Berlin. Deutschland habe Erfahrung im Aufbau von Volkswirtschaften. Anlagenbauer und Bauunternehmen seien ohnehin schon in Libyen aktiv und könnten ihre Arbeit dann wieder verstärken. Für den Mittelstand habe es bislang zu viel Rechtsunsicherheit gegeben, um sich dort zu engagieren.

Besonders die Wiederaufnahme der wichtigen – und wegen der Kämpfe weitgehend gestoppten – Ölexporte will die Übergangsregierung bald wieder ankurbeln, wie sie bereits im Juli angekündigt hatte – noch vor den jüngsten Erfolgen im Kampf gegen Machthaber Muammar al Gaddafi. Allerdings stelle sich die Frage, ob dem Markt das libysche Öl überhaupt gefehlt habe, erklärte Rainer Wieck vom Energie-Informationsdienst auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd. Für die Entwicklung des Ölpreises sei Libyen jedenfalls nicht das maßgebliche Thema.

Auch für Ruth Bartonek vom Kreditversicherer Euler Hermes gehört Libyen nicht zu den wichtigen Top-Märkten. Exportkredit-Garantien des Bundes, die „Hermes-Deckungen“ für Geschäfte mit Bestellern aus Libyen seien in den vergangenen Jahren nur in geringem Umfang übernommen worden, sagt sie. Das Land werde derzeit in der Länderkategorie 7 gehandelt, der höchsten Risikostufe für die Hermes-Deckungen. So dürfte es auch bleiben, bis es mehr politische Klarheit in Libyen gibt. Die Hermes-Deckungen sichern Exportgeschäfte mit Bestellern aus afrikanischen Staaten gegen einen Zahlungsausfall ab. Euler Hermes und PricewaterhouseCoopers wurde deren Abwicklung von der Bundesregierung übertragen.

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Ein Kommentar

  1. Die Situation in Libyen ist noch nicht ganz stabil. Aber das ist nur Anfang eines neuen Regimes. Wenn es der neuen Regierung gelingt, die Erwartungen der Bürger, die für Demokratie gekämpft haben, zu erfüllen, wird Libyen zum attraktiven Land für ausländische Investitionen.

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