Der Demografische Wandel zeigt bereits erste Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und wird in naher Zukunft weiterhin die Mieten und Immobilienpreise bestimmen. Seit Jahren sinkt die Geburtenrate stetig, während die Lebenserwartung dank medizinischer Versorgung steigt. Makler und Immobilienbesitzer stehen deshalb vor einer neuen Herausforderung: dem altersgerechten Wohnen. Aktuelle Wohnstrukturen und Bauformen müssen sich zwangsläufig dieser Entwicklung anpassen. Neue Konzepte und ein Aufschwung im Wohnungsneubau sollen weiterhelfen.

Aktuelle Lage: die Zahl der Wohnungssuchenden steigt

Der Demografische Wandel zeigt bereits erste Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Foto: Statistisches Bundesamt

In den kommenden Jahren wird sich der Wohnungsmarkt in Deutschland grundlegend verändern. So rechnen Experten mit einem Bevölkerungsrückgang, trotz hoher Lebenserwartung und stetiger Zuwanderung. Die Wohnungsnachfrage wird aber nicht von der Anzahl der Einwohner bestimmt, sondern von der Anzahl der Haushalte und der demografischen Struktur im Land. Der bevorstehende Wandel wird auf dem Wohnungsmarkt also keinen Rückgang der Nachfrage mit sich bringen, sondern nur die Bedürfnisse ändern.

Kernpunkt ist eine zunehmend alternde Gesellschaft bei gleichzeitigem Rückgang der Bevölkerungsdichte. Während im Jahr 2016 rund 792.000 Menschen geboren wurden, beläuft sich die Anzahl der Sterbefälle auf 910.000. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes werden im Jahr 2060 nur noch 73,03 Millionen Menschen in Deutschland leben. Dabei ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit den meisten Einwohnern vertreten und muss als erstes mit einer bedenklichen Lage des Wohnungsmarktes rechnen. Erschwingliche Mietwohnungen in Wuppertal oder ähnlichen Ballungszentren sind bereits zum knappen Gut der Makler geworden. Hausverwaltungen, wie Grand City Property, stellen sich mit ihren Inseraten bereits auf die Best Ager ein und achten auf altersgerechte Wohnungen mit 1-2 Zimmern.

Altersgerecht wohnen – für eine selbstständige Lebensweise

Doch was genau bedeutet altersgerechtes Wohnen und worauf sollten Betroffene bei der Wohnungssuche genau achten? Ziel ist es, eine selbstständige Lebensweise zu ermöglichen und das Wohnen barrierefrei auszurichten. Kleine Wohnungen im Erdgeschoss oder Wohngebäude mit Fahrstuhl sind besonders begehrt. Darüber hinaus spielen Naherholungsgebiete und Grünanlagen in der Nähe der Wohnungen eine wichtige Rolle. So unternehmen die Mieter kleine Ausflüge direkt vor der eigenen Haustür und empfinden die Wohnanlage als noch attraktiver. Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken und andere Dienstleistungen sollten in direkter Nähe liegen. Außerdem ist eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel gefordert.

Auf Dauer wird der Bedarf an kleinen und altersgerechten Wohnungen steigen, da sich die Haushaltsgröße zunehmend schmälert. Viele ältere Menschen sind alleinstehend und teilweise gesundheitlich nicht mehr in der Lage, eine besonders große Wohnung zu pflegen. Die Immobilienwirtschaft muss hier reagieren, die größeren Wohnungen vom Markt nehmen und durch neue attraktive Wohnungsangebote ersetzen, vor allem in den Städten.

Generationsübergreifend Wohnen – die Alternative

Foto: pixabay.com

Doch nicht nur die Bauformen müssen an den demografischen Wandel angepasst werden. Auch alternative Wohnformen kommen häufiger ins Gespräch. Es zählt hierbei nicht nur die altersgerechte Wohnung, sondern auch das richtige Wohnumfeld. Generationsübergreifendes Wohnen ist ein Modell, bei dem verschiedene Bevölkerungsschichten unter einem Dach vereint leben. Die älteren Menschen fühlen sich nicht isoliert und können sich auf die Hilfe der anderen Mieter verlassen. Gemeinschaftsräume, Kochabende und ein Gemeinschaftsgarten runden dieses Angebot ab, an dem jede Generation teilnehmen kann. Jeder hat dabei die Aufgabe, etwas für das gemeinschaftliche Zusammenleben beizutragen. Der Wunsch nach derartigen Wohnungen besteht bereits und die Vorteile liegen auf der Hand:

  • sozialer Austausch fördert körperliche und geistige Gesundheit
  • eine Pflegebetreuung ist nicht mehr zwingend notwendig
  • die selbstständige Lebensweise bleibt erhalten
  • kurzweilige Interaktion in den Gemeinschaftsräumen
  • Erfahrungsaustausch der Bewohner und gegenseitige Hilfe

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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