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Coronavirus: Italiens Modebranche schwer getroffen

Seit dem Bekanntwerden erster Coronavirus-Erkrankungen, offizieller Name Corona virus disease 2019 (kurz Covid-19), in der chinesischen Provinz Hubei im Dezember 2019, hat der auslösende Virus SARS-CoV-2 zahlreiche Grenzen überwunden und ist mittlerweile definitiv in Europa angekommen. Dass Epidemien starke Auswirkungen auf die Wirtschaft nach sich ziehen, zeigen seit den ersten bestätigten Covid-19 Fällen die deutlichen Schwankungen an den Aktienmärkten. Weltweit ist neben der chinesischen Wirtschaft gegenwärtig Italien am stärksten betroffen.

Mailand und die rote Zone

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus.
Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Bereits Ende Januar diesen Jahres wurde bekannt, dass sich in Rom zwei mit dem Covid-19 infizierte chinesische Touristen aufhielten. Im Februar wurden dann weitere Coronavirus-Infektionen in der Lombardei festgestellt. Seitdem breitete sich das gefährliche Virus rasant im Norden Italiens aus. Italien, wo derzeit bereits mehr als 1600 Fälle gemeldet wurden, wurde innerhalb weniger Tage zum dritt schwerst betroffenen Land der Welt. Italienische Notfallpläne sehen in solchen Fällen, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, die Einrichtung sogenannter roter Zonen vor. Ortschaften werden abgeriegelt und zu Quarantänegebieten erklärt. Betroffen davon sind gegenwärtig 50 000 Menschen in 11 Ortschaften, die um die Modemetropole Mailand herum liegen. So soll ein übergreifen der Virusinfektion auf die Millionenstadt und den Rest des Landes verhindert werden.



Coronavirus beschert Leere Straßen und Stillstand in der Wirtschaft

Mailand und ein Großteil der Unternehmen Norditaliens leben vorrangig von der Mode und dem Tourismus. Während Touristen und Käufer wegen dem Coronavirus ausbleiben, müssen Events und Messen abgesagt werden. Große Modeshows, die bisher zahlreiche Besucher in die Region führten, finden ausschließlich via Web-Stream statt. Die Straßen und Geschäfte sind leer, italienische Mode und Luxusware wird derzeit vorwiegend in Onlineshops wie Luisaviaroma (LVR), verkauft, was nicht nur den stationären Handel vor Ort gefährdet, sondern auch all diejenigen, die kauffreudige Touristen im Taxi durch die Städte fuhren und jene, die davon leben, dass zahlreiche Besucher der Region auch gern über Nacht bleiben.

Touristen aus China bleiben aus

Italiens Luxusbranche kämpft nicht erst seit dem Covid-19-Ausbruch im eigenen Land mit den Auswirkungen der weltweiten Virusinfektion, bereits mit der Zunahme der Infektionen in China und der damit verbundenen Einschränkungen zur Eindämmung des Virus ging die Anzahl chinesischer Kunden in den Geschäften der Luxusmarken wie Valentino, Armani oder Gucci stark zurück.

Düstere Prognose für die Wirtschaft in Italien

Experten sagen für Italien bei einer weiteren Verschärfung der Situation und zunehmender Anzahl von Infektionen eine Rezession voraus, da die italienische Wirtschaft abhängig ist von Exporten, die 31,8% des BIP ausmachen und vom Tourismus. Seit Ausbruch der Krankheit Covid-19 in Italien verlor der FTSE MIB, der italienische Leitindex, 10 Prozentpunkte.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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