Berlin. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr erwartungsgemäß erhöht. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte am Mittwoch in Berlin, dass die Regierung 2010 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland um 1,4 Prozent rechnet. «Die Talsohle ist überwunden, aber der Aufstieg wird langsam und beschwerlich», sagte er. Bislang war die Regierung von einem Wachstum um 1,2 Prozent ausgegangen.

Brüderle begründete die Anhebung mit einer spürbaren Erholung der Weltwirtschaft, von der der Export profitiere. Die Ausfuhren würden um fünf Prozent steigen. Vom privaten Konsum gehe dagegen kein Beitrag zum Wachstum aus, sagte der Ressortchef. Das Auslaufen der Abwrackprämie wirke dabei dämpfend, da durch sie erhebliche Vorzieheffekte ausgelöst worden seien.

Zugleich rechnet die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht mit einer positiven Einkommensentwicklung der Beschäftigten. Die Nettogehälter werden demnach erstmals seit 2005 stärker als die Verbraucherpreise zulegen.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt sagte Brüderle, dass mit einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen um 320 000 auf im Schnitt 3,77 Millionen gerechnet werde.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft ihren stärksten Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik verzeichnet. Insgesamt sank das Bruttoinlandsprodukt auf Jahressicht um 5,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt vor zwei Wochen mitgeteilt hatte.

ddp.djn/jwu/mbr

Kommentare

  1. another1
    27. Januar 2010 um 18:04 Uhr

    Einmal abgesehen von der Tatsache, dass Herr Brüderle, als Wirtschaftsminister seinen Vorgänger Glos an Farblosigkeit noch in den Schatten stellt, buhlt er bei uns nun um Aufmerksamkeit, indem er uns einen Ente auftischt, die eigentlich erst für den April vorgesehen war.
    Da aber die Umfragen für die FDP sehr schlecht ausgefallen sind und in NRW eine Schlüsselwahl ins Haus steht. hat er dieses Statement vorgezogen und versucht mit Scheinoptimismus zu punkten.
    Viel zu durchsichtig, Herr Minister !

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