Augsburg. Der Kuvertieranlagenhersteller Böwe Systec hat Insolvenz angemeldet. Wie das in Augsburg ansässige Unternehmen in der Nacht auf Freitag mitteilte, wurde am Donnerstag ein Antrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beim Amtsgericht Augsburg eingereicht. Ziel sei es, «das Unternehmen binnen einer möglichst kurzen Frist auch von der Kapitalstruktur wieder solide aufzustellen».

Vom bisherigen Großaktionär Wanderer-Werke ist vermutlich keine finanzielle Hilfe zu erwarten, nachdem dieser Ende vergangener Woche bereits selbst die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hatte. Böwe Systec werde dadurch insbesondere in ihrem operativen Geschäft nicht beeinträchtigt, hatte es damals geheißen. Wanderer-Werke ist eine reine Finanzholding ohne operatives Eigengeschäft. Daher bestünden zwischen Böwe Systec und Wanderer-Werke keinerlei Leistungsverflechtungen.

Im vergangenen Jahr hatte Böwe weiter mit der Investitionszurückhaltung zu kämpfen gehabt. Zudem haben sich umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen und ein gruppenweites Effizienzsteigerungsprogramm erheblich auf die Geschäftskennzahlen 2009 ausgewirkt.

Der Konzernumsatz war 2009 den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr um 13,5 Prozent auf 367,1 Millionen Euro gesunken und der Auftragseingang von knapp 420 Millionen auf 348,3 Millionen Euro gesunken (ohne aufzugebende Geschäftsbereiche). Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen habe sich auf minus 25,4 Millionen Euro belaufen.

Die gesamte Böwe-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3600 Mitarbeiter. Von der Insolvenz seien rund 600 Beschäftigte am Standort Augsburg betroffen. Der laufende Restrukturierungsprozess sehe den Abbau von 120 Stellen vor.

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