Nachhaltigkeitsprogramm seit diesem Jahr explizit auf Klimawandel angepasst

Amsterdam/ Berlin Hauptkritikpunkt der UN-Klimakonferenz, die aktuell zum 21. Mal in Paris stattfindet, ist seit Jahren neben dem fehlenden Klimaschutz auch die ausbleibende Hilfe für Klimaopfer. Kleinbauern in Vietnam zum Beispiel haben seit Jahren mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Dürre, Erosion, starke Temperaturanstiege und Pflanzenkrankheiten bedrohen die Existenzgrundlage der Kaffeefarmer. Was die wenigsten wissen: Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeeproduzent weltweit. Gleichzeitig ist das Land am Mekong laut Weltklimarat eines der am schwersten vom Klimawandel betroffenen Länder der Erde. Umso paradoxer, dass Hilfsprojekte zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels in der Kaffeeproduktion Vietnam lange Zeit weitestgehend ausklammern. UTZ Certified möchte mit dem Coffee Climate Care Projekt (C3) seinen Beitrag leisten, diese Leerstelle zunächst für den Kaffeeanbau, längerfristig aber auch für Tee und Kakao, zu füllen.

Quelle: UTZ Certified

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Das Coffee Climate Care Projekt

In der Regenzeit scheint morgens die Sonne und abends kommt der Regen. Jahrzehntelang folgt das Klima in Vietnam einem verlässlichen Rhythmus. Über Generationen hinweg überliefern sich Farmer in Vietnam ihre Anbautechniken, die genau darauf ausgerichtet sind. Bleibt der Regen jedoch plötzlich aus, werden die bewährten Anbaumethoden in kürzester Zeit unbrauchbar. Der Farmer sieht dabei nur bedingt den Zusammenhang mit dem Klimawandel und sucht in erster Linie nach einfachen und kostensparenden Lösungen, um keine weiteren Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen.

Genau dort, an der Bereitstellung von Lösungen, setzt das C3-Projekt von UTZ Certified an. C3 wurde von UTZ Certified und der DE Foundation ins Leben gerufen und ist einer der ersten Hilfsprojekte, das sich den Klimawandel-spezifischen Herausforderungen im Kaffeeanbau widmet. Das Besondere: Die Trainings im Projekt leben in hohem Maße vom Erfahrungsschatz der Farmer selbst. Sie bringen sich durch Best-Practice-Beispiele ein und helfen ihren Farmerkollegen so, ihre Skepsis gegenüber veränderten Anbaumethoden zu überwinden.

Der Weg zum neuen UTZ-Standard

Das C3-Projekt besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase wurde gemeinsam mit den Farmern ermittelt, welche neuen klimatischen Herausforderungen am drängendsten anzugehen sind. Darauf basierend priorisierten Agrarwissenschaftler und UTZ-Projektleiter geeignete Maßnahmen. Momentan befinden wir uns in der zweiten Phase, in der diese Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört beispielsweise der Anbau von Schattenpflanzen zum Schutz der Kaffeekirschen vor extremer Hitze. Pfeffer, Durian oder etwa Avocado spenden der sensiblen Kaffeepflanze dabei nicht nur Schatten sondern sichern den Farmern auch ein zusätzliches Einkommen. Zudem drosseln Schattenpflanzen die Bewässerung der Kaffeepflanzen und tragen so zum Schutz der Ressource Wasser bei. Auch alle anderen von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen UTZ-Farmen weltweit sollen im nächsten Jahr von den Erfolgen des C3-Projekts profitieren. Dazu wurden, aufbauend auf den Erfahrungen in Vietnam, dieses Jahr neue Punkte zum Klimawandel in den UTZ-Standard aufgenommen. Auf lange Sicht sollen die C3-Trainingsmaterialien auf die lokalen Klimaverhältnisse der mehr als 160.000 anderen UTZ-Kaffeefarmern weltweit angepasst werden.

Quelle: UTZ Certified

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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