Wissenschaftliches Kolloquium setzt Impulse für die Adaptronik

Lärm mindern, den Komfort in Autos steigern oder die Sicherheit von technischen Konstruktionen und Bauwerken überwachen – das sind nur einige der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für die Adaptronik. Das LOEWE-Zentrum AdRIA (Adaptronik – Research, Innovation, Application) am Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF konzentriert seine Tätigkeit seit 2008 auf diesen zukunftsträchtigen Forschungs- und Entwicklungsbereich. Aus diesem Anlass trafen sich am 17. Juni im Darmstädter Kongresszentrum darmstadtium Vertreter aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Universitäten zu einem wissenschaftlichen Kolloquium, um das sechsjährige Bestehen des LOEWE-Zentrums zu feiern. Hauptanliegen der Veranstalter dabei: Impulse für die stärkere Nutzung in industriellen Produkten setzen sowie die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Adaptronik weiter anregen. Die Teilnehmer konnten sich über den neuesten Stand der Technik auf dem Gebiet der Adaptronik informieren. Fachvorträge und Exponate stellten den wissenschaftlichen und technologischen Status Quo sowie Anwendungen und Zukunftspotentiale der Adaptronik vor.

Der Brückendemonstrator zeigt, wie sich der Zustand von Brücken mit Hilfe von Sensornetzwerken überwachen lässt. Foto: Fraunhofer LBF

Der Brückendemonstrator zeigt, wie sich der Zustand von Brücken mit Hilfe von Sensornetzwerken überwachen lässt.
Foto: Fraunhofer LBF

Das LOEWE-Zentrum AdRIA präsentierte Exponate mit Forschungsergebnissen aus jüngster Zeit. Darunter ein aktives Motorlager, mit dem sich der Komfort im Auto spürbar steigern lässt, indem es aktiv die vom Motor verursachten Schwingungen entkoppelt. Das neuartige Motorlager basiert auf einem Piezoaktor mit Wegübersetzungsmechanismus. Ein weiteres Beispiel für die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten adaptronischer Lösungen ist die Strukturüberwachung. Hier setzen die Darmstädter Wissenschaftler Sensornetzwerke ein, um den Zustand von Brücken zu überwachen. Ein immer aktueller werdendes Thema angesichts der bundesweiten Diskussion über den baulichen Niedergang zahlreicher Straßen- und Eisenbahnbrücken.

Das LOEWE-Zentrum AdRIA ist eines von zehn LOEWE-Zentren des Landes Hessen. Wissenschaftler des Fraunhofer LBF, der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt arbeiten an wissenschaftlich-technologischen Lösungen im Bereich Adaptronik. Im Fokus stehen das Beherrschen und Reduzieren von sowohl unerwünschten und schädlichen Schwingungen als auch von Schallabstrahlung und Lärm sowie die Zustandsüberwachung von Leichtbaustrukturen, Maschinen und Bauwerken.

Das LOEWE-Zentrum AdRIA forscht entlang der gesamten Entwicklungskette adaptronischer Systeme, von der Material- und Komponentenentwicklung über die Systemintegration und Fertigung bis zur Anwendung und dem Technologietransfer. Es verknüpft als einzige Einrichtung ihrer Art in Deutschland grundlagen- und anwendungsorientierte Forschungskompetenz der Adaptronik. Industriellen Partnern aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen und Branchen, wie beispielsweise dem Maschinen- und Anlagenbau, der Energietechnik oder dem Automobil-, Schiff- und Schienenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrttechnik sowie dem Bauwesen und der Gebäudetechnik, bietet das Zentrum die Möglichkeit, ganzheitlich maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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