Die Emission von Unternehmensanleihen ist für große Konzerne schon seit langer Zeit ein bewährtes Mittel zur Kapitalbeschaffung. Doch auch immer mehr kleine und mittlere Unternehmen, abgekürzt KMU, geben Mittelstandsanleihen heraus, um neues Geschäftskapital zu erhalten. Anleger, die sich für den Kauf von Unternehmensanleihen der KMU entscheiden, müssen sich jedoch besonders gut über die Emittenten informieren, um keine finanziellen Verluste zu erleiden.

Welche Unternehmen zählen zum Mittelstand?

In Deutschland zählen kleinere und mittlere Unternehmen aus allen Branchen zum Mittelstand. Die Zuordnung zu den KMU richtet sich nach der Anzahl der Mitarbeiter sowie nach dem Jahresumsatz. So zählen zu den kleinen Unternehmen Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von weniger als einer Million Euro. Um als mittleres Unternehmen zu gelten, muss die Firma zwischen zehn und fünfhundert Angestellte haben und einen Jahresumsatz von bis zu fünfzig Millionen Euro erwirtschaften. Seit einigen Jahren gewinnen Mittelstandsanleihen immer mehr an Bedeutung bei der Beschaffung von Kapital für KMU.

An diesen Börsen werden Mittelstandsanleihen gehandelt

Die Börsen Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, München, Hamburg und Hannover haben eigene Marktsegmente für den Handel mit Mittelstandsanleihen gegründet. Das Segment der Börse Stuttgart wird Bondm genannt. In Düsseldorf läuft der Handel über den Mittelstandsmarkt, während die Börsen Hamburg und Hannover gemeinsam die Mittelstandsbörse Deutschland betreiben. In München erfolgt die Emission über das Segment m:access bonds und an der Börse Frankfurt werden die Anleihen im Entry Standard gehandelt. Durch die Einrichtung spezieller Marktsegmente wird den Anlegern ein reger Handel der Anleihen garantiert. Dadurch erhöht sich die Transparenz für Emittenten und Investoren, wodurch sich sowohl Chancen als auch Risiken besser einschätzen lassen.

Mittelstandsanleihen bieten informierten Anlegern eine gute Rendite

Mittelstandsanleihen bieten erfahrenen Investoren gute Renditechancen, sofern sie bereit sind, sich ausreichende Informationen über die emittierenden Unternehmen zu beschaffen. Ein ausführlicher Überblick über Mittelstandsanleihen findet sich auf Ariva.de, auf der sich Investoren umfassend über aktuelle Anleihen informieren können. Daneben bieten die Börsen in Deutschland den Anlegern Hilfestellungen bei einer Investition in Mittelstandsanleihen. So wird die Einhaltung aller formalen Anforderungen an eine Neuemission streng überwacht und die Emittenten werden aufgefordert, alle wichtigen Unternehmensdaten zu veröffentlichen. Daneben hilft den Investoren ein Leitfaden der Deutschen Börse, um zu beurteilen, ob die Emission ordnungsgemäß abgelaufen ist. Das Risiko einer Insolvenz ist bei einem kleinen oder mittleren Betrieb höher als bei einem Großunternehmen. Dieses erhöhte Ausfallrisiko gleichen die Emittenten von Mittelstandsanleihen durch eine bessere Verzinsung aus, die den Anlegern eine gute Rendite einbringen kann.

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