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Knorr-Bremse investiert 80 Mio. Euro in ein neues Versuchs- und Entwicklungszentrum

Knorr-Bremse baut am Firmenhauptsitz in München ein hochmodernes Versuchs- und Entwicklungszentrum mit rund hundert Prüfständen für Bremssysteme. Etwa 80 Mio. Euro investiert das Unternehmen in den Ausbau seiner Marktstellung als weltweiter Technologieführer von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Zur feierlichen Grundsteinlegung am 28. April 2014 begrüßte Dr. Michael Buscher, Vorstandsvorsitzender der Knorr-Bremse AG, neben zahlreichen Gästen aus Politik und Vertretern der Münchener Stadtverwaltung den Eigentümer und Aufsichtsratsvorsitzenden der Knorr-Bremse Heinz Hermann Thiele. „Die Erneuerung von Fertigungsanlagen sowie der Ausbau innovativer Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in unseren weltweiten Wachstumsmärkten erhöhen unsere Effizienz und stärken unsere Innovationskraft.

Bild: Außenansicht (Rendering) - Quelle: Knorr-Bremse AG
Bild: Außenansicht (Rendering) – Quelle: Knorr-Bremse AG

So können wir dem wachsenden Kosten- druck begegnen und äußerst wettbewerbsfähige Systeme für unsere Kunden liefern“, er- klärte Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Buscher. Damit stelle der Konzern weiterhin sei- nen sehr hohen Qualitätsstandard sicher und ermögliche flexible Reaktionen auf Kunden- anforderungen. Knorr-Bremse sicherte sich im Geschäftsjahr 2013 einen um über 20 Prozent gestiegenen Rekordauftragseingang von 4,75 Mrd. Euro und erzielte einen Umsatz von 4,3 Mrd. Euro. „Mit dem Bau des Entwicklungszentrums in München wird das umfangreiche Investitions- programm der letzten fünf Jahre zur Erweiterung, Modernisierung und Instandhaltung der Produktions- und Entwicklungsstandorte in Höhe von rund 500 Mio. Euro weitgehend abgeschlossen sein“, bilanzierte Buscher. Sieben neue Standorte in den USA, Brasilien, Italien, Ungarn, Indien und Australien seien in den vergangenen zwölf Monaten bereits eingeweiht worden.

In dem neuen Zentrum am Standort München werden im Konzern die Versuchs- und Entwicklungsbereiche aus den beiden Unternehmensdivisionen – Systeme für Schienen- fahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge – zusammengeführt. Auf einer Gebäudefläche von rund 17.000 Quadratmetern entstehen mit ca. 100 Prüfständen für die technische Erprobung und Qualitätssicherung von Komponenten für Bremssysteme und ihre Subsys- teme moderne Arbeitsplätze für bis zu 350 hoch spezialisierte Ingenieure und Techniker. Dr. Albrecht Köhler, Geschäftsführer der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, unterstrich den hohen Stellenwert des Projektes für das Unternehmen: „Das Versuchs- und Entwicklungszentrum hebt die Bedeutung des Standorts München hervor und legt die Basis für die weitere Innovationskraft von Knorr-Bremse. Zusammen mit den weite- ren internationalen Entwicklungszentren sind wir gut aufgestellt für die Anforderungen der Weltmärkte.“ Prof. Dr. Gunter Henn, Chairman des mit der Projektplanung und -ausführung betrauten, renommierten Architekturbüros HENN aus München, ergänzt: „Ein Unternehmen ist heute vermehrt ein Ort der Wissenserzeugung und damit auch auf die Interaktion seiner Mitarbeiter angewiesen.

Diesen Aspekt greift die Architektur auf: Im Versuchs- und Ent- wicklungszentrum soll eine neue Architektur des Wissens entstehen, um eine Begegnungs- stätte für den interdisziplinären Austausch zu schaffen.“ Die Grundlage für den Aufbau des Gebäudes bildet das weltweit einheitlich gültige Knorr- Bremse Produktionssystem (KPS) mit internationalen Standards hinsichtlich Prozessorga- nisation, Arbeitseffizienz, Logistik und Qualität. Das Gebäude spiegelt die Grundphilosophie wider, auf Basis eines stabilen Fundaments kontinuierliche Verbesserung in einem gemein- samen Zentrum mit transparenter Kommunikation zu schaffen: von den Testsystemen im Erdgeschoss über die Versuchsvorbereitung und die Labore im ersten Obergeschoss bis zum Engineering und der Entwicklung im zweiten und dritten Stockwerk. Beim Entwicklungsprozess von Bremssystemen spielt die Versuchsvorbereitung eine zentrale Rolle.

Im Einzelnen lassen sich bei den Versuchen verschiedene Arten von Prüf- und Testsystemen unterscheiden: Neben zahlreichen Funktionsprüfständen sowie Dauer- prüfständen für Belastungstests von Bremssystemen und ihren Materialien befinden sich darunter auch vier Schwungmassen-Reibungsprüfstände. An einem Schwungmassen- Reibungsprüfstand können Vollbremsungen simuliert werden, um Bremsscheiben für Nutz- fahrzeuge unter Extrembedingungen auf Verformung und Rissbeständigkeit zu testen. Darüber hinaus können die Spezialisten in Systemprüfständen das Bremsverhalten von kompletten Güterzügen mit einer Länge von mehr als 100 Waggons simulieren. Möglich ist es beispielsweise auch, auf den Prüfständen im Schienenbereich die unterschiedlichen bremstechnischen Standards in Westeuropa, USA und Russland für entsprechende Prüf- und Testaufgaben darzustellen.

Das Projekt des Versuchs- und Entwicklungszentrums ist Bestandteil des Standortkonzepts von Knorr-Bremse in München. Dieses sieht eine räumliche Zusammenführung der Unter- nehmenseinheiten im nördlichen Bereich des Firmengeländes vor, um die internen Abläufe effizienter zu gestalten und die Kommunikation zu verbessern. Ein erster neuer Gebäude- komplex wurde bereits vor zehn Jahren in diesem Bereich des Firmengeländes errichtet, um der veränderten Aufgabe des Standortes München als primären Entwicklungs-, Montage-, Prüfungs- und Verwaltungsstandort gerecht zu werden. Im Dezember 2013 eröffnete Knorr-Bremse ein neues Parkhaus mit über 600 Stellplätzen für seine Mitarbeiter.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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