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Erstfinanzierung für Medizintechnik-Startup Hemovent

Aachen – Das Start-up Hemovent erhält eine Serie-A-Finanzierung über einen hohen siebenstelligen Betrag von den Investoren Seed Fonds Aachen II, der KfW Bankengruppe, der NRW.Bank, dem MIG-Investmentfond, dem WCTI Partners Venture Capital Fund sowie dem Privatinvestor und Experte für den ECMO-Markt Prof. Dr. Peter Borges. Mit diesem Kapital wollen die Gründer ihr innovatives und portables Herz- und Lungenunterstützungssystem zur Marktreife und CE-Zertifizierung bringen. Ein erster Prototyp existiert und funktioniert erfolgreich.

Quelle: Hemovent GmbH
Quelle: Hemovent GmbH

Robuste Technologie ermöglicht Transportfähigkeit des Patienten

Hemovent hat eine Maschine entwickelt und patentiert, die die Herz- und Lungenfunktion eines Patienten für die Dauer von einem bis hin zu 30 Tagen übernimmt. Die Technik solcher ECMO-Systeme (Extra Corporal Membrane Oxygenation) kommt in der Intensivmedizin schon seit vielen Jahren zum Einsatz, erfüllt jedoch noch lange nicht alle klinischen Anforderungen. „Jedes Jahr leiden weltweit Millionen Patienten an Herz- oder Lungeninsuffizienz, oft im lebensbedrohlichen Ausmaß“, erklärt der technische Geschäftsführer und Mitgründer Dr. Oliver Marseille. „Schon heute hätten Mediziner mit der ECMO-Technologie die Möglichkeit, diese Leben zu retten, wenn die Technik überall verfügbar wäre.“

Mit dem ECMO-System von Hemovent sind Patienten erstmals mobil, denn es ist um 90 Prozent kleiner als bisherige Maschinen, bei gleicher medizinischer Wirkung. Patienten können so viel einfacher transportiert und auch mobilisiert werden und dadurch weitere notwendige Behandlungen erhalten, die mit heutigen ECMO-Systemen nicht durchführbar sind.

Quelle: Hemovent GmbH
Quelle: Hemovent GmbH

Die einfache Hemovent-Lösung ist zudem deutlich kostengünstiger als bisherige ECMO-Systeme.

Wachsender Markt für ECMO-Technologie

„Die weltweite Nachfrage nach körperexternen Herz-Lungenunterstützung steigt stetig“, so Christof Lenz, CEO und Mitgründer von Hemovent. „Im Vergleich zu konventionellen ECMO-Geräten haben sich bei uns die Kosten um rund 50 Prozent reduziert, was für intensivmedizinische Zentren ein starkes Argument ist.“ Darüber hinaus ist die Hemovent-Technologie robust und ohne Elektronik oder Software aufgebaut. Deshalb kann sie von weiteren Anwendergruppen eingesetzt und auch einfach in längere intensivmedizinische Prozesse eingebunden werden. Derzeit kommen ECMO-Systeme nur durch speziell trainierte Anästhesisten oder Pneumologen zum Einsatz.

Quelle: Hemovent GmbH
Quelle: Hemovent GmbH

Erfahrenes Management und weltweites Marktpotenzial

Gründer der Hemovent GmbH sind Christof Lenz und Dr. Oliver Marseille, die bereits seit zwei Jahren an der Realisierung der Idee zur Entwicklung dieses speziellen ECMO-Gerätes arbeiten. „Das Management-Team beurteilen wir positiv, da es jahrzehntelange relevante Berufserfahrung mitbringt“, sagt Harald Heidemann, Geschäftsführer des Seed Fonds Aachen II. „In den medizinischen, technischen und kaufmännischen Bereichen sind die Gründer komplementär und professionell aufgestellt. Zudem steht ihnen ein ‚Scientific Sounding Board‘ aus renommierten Klinikern zur Seite, das bei der kundenorientierten Produktentwicklung und dem späteren Markteintritt berät.“

Für die Hemovent-Lösung bestehen bereits Patente in den USA, Europa und Japan. „Als Investor sehen wir sehr viel Potenzial in dem Unternehmen – nicht zuletzt durch die generelle Ausbreitung von ECMO-Anwendungen weltweit“, so Heidemann.

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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