Frankfurt am Main ­– Ausreichend Zeit für die Familie und Partner zu haben, gehört für über 90 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zu den stärksten berufsbezogenen Lebenszielen1. Bei welchen Unternehmen die deutschen Arbeitnehmer Arbeits- und Privatleben am besten miteinander vereinbaren können, hat Glassdoor in seinem Ranking der Top 15 Arbeitgeber mit der besten Work-Life-Balance ermittelt. Die Liste basiert auf anonymen Bewertungen, die Mitarbeiter auf der weltweit transparentesten Job- und Karriere-Plattform Glassdoor geteilt haben. Die Skala reicht von 1 (sehr schlechte Work-Life-Balance) bis 5 (sehr gute Work-Life-Balance).

Quelle: www.glassdoor.de

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Die nachhaltig beste Work-Life-Balance bietet das Spielesoftware-Unternehmen Goodgame Studios (Durchschnitts­bewertung: 4,5), gefolgt vom Reiseportal trivago (4,4), den Automobilherstellern BMW (4,2) und Daimler (4,1) sowie dem Industriekonzern Robert Bosch (4,1)2.

Sommerurlaub ohne E-Mails, flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung als wichtige Faktoren

Unter den Arbeitgebern mit der besten Work-Life-Balance auf Glassdoor finden sich Start-ups mit „Feel-Good“-Manager und Konzerne mit eigenen Kitas oder Fitnessprogrammen. Gerade in der Ferien- und Urlaubszeit schätzen Mitarbeiter Arbeitgeberprogramme wie die „Mail On Holiday“-Lösung, die beispielsweise deutschen Daimler-Mitarbeitern zur Verfügung steht.

Alle 15 Unternehmen der Liste ermöglichen ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten und -modelle (Beispielbewertung Deutsche Telekom), so dass Arbeitnehmer ihre Work-Life-Balance selbst mitgestalten können. Auch die Betreuung bzw. die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Einrichtungen für die Kinder ihrer Mitarbeiter nehmen Unternehmen ernst: 13 Arbeitgeber der Liste werben aktiv mit Hilfe bei der Kinderbetreuung oder realisieren diese selbst betrieblich und bieten ihren Mitarbeitern beispielsweise Eltern-Kind-Büros (z. B. Robert Bosch). Sechs Arbeitgeber aus dem Glassdoor-Ranking organisieren Feriencamps für die Mitarbeiter und ihre Kinder. Zehn Unternehmen bieten Sportangebote und Gesundheitsprogramme an, um das Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer zu unterstützen (z. B. adidas Group).

„Was eine ausgeglichene Balance zwischen Berufsleben und Freizeit tatsächlich bedeutet, unterscheidet sich von Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Karriereorientierte Berufseinsteiger haben andere Vorstellungen als junge Eltern oder Angestellte mit Kindern im Teenageralter. Immer mehr Unternehmen setzen Work-Life-Balance-Programme auf, die die unterschiedlichen Bedürfnisse der heterogenen Mitarbeiterschaft berücksichtigen. Das zahlt sich auch für die Unternehmen selbst aus. Auf der einen Seite sind zufriedene und erholte Mitarbeiter nachweislich produktiver, auf der anderen Seite erhöht eine gute und dokumentierte Work-Life-Balance die Chancen, auf dem Arbeitsmarkt die besten Talente für sich zu gewinnen“, sagt Joe Wiggins, Karriereexperte bei Glassdoor.

Work-Life-Balance nur in den Niederlanden besser als in Deutschland

Im internationalen Vergleich sieht es bei der Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit für den deutschen Arbeitnehmer gut aus. Die unternehmensübergreifende Durchschnittsbewertung auf Glassdoor liegt hierzulande bei 3,5. Von den westlichen Industrienationen, in denen Glassdoor verfügbar ist, haben nur die Niederlande einen höheren Work-Life-Balance-Wert (3,6). In Frankreich (3,4), den USA (3,3), Australien (3,3), Großbritannien (3,2) und Kanada (3,2) bewerten die Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit durchschnittlich schlechter.

Neben der Work-Life-Balance kann der Arbeitnehmer auf Glassdoor auch andere Faktoren wie die Unternehmenskultur oder die Karrieremöglichkeiten sowie seine generelle Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber bewerten. Auch können Gehaltsangaben, Zusatzleistungen, Vorstellungsgespräche oder Fragen aus Bewerbungsgesprächen geteilt oder einfach ein Foto des Büros eingestellt werden. Die Arbeitnehmer bleiben dabei völlig anonym. Damit ermöglicht Glassdoor Zugang zu wertvollen Informationen und Einschätzungen über den Arbeitsplatz. Und zwar von den Menschen, die den Arbeitsplatz am besten kennen – den Mitarbeitern. Diese Informationen sind anderweitig meist schwer in Erfahrung zu bringen.

1 Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, Institut der deutschen Wirtschaft Köln: http://link.iwkoeln.de/iw-trends-15-01-03-01

2 Stichtag für die Auswertung war der 08.07.2015. Es wurden alle Unternehmen berücksichtigt, die 20 oder mehr Bewertungen der Work-Life-Balance in den letzten 12 Monaten und eine oder mehr Bewertungen der Work-Life-Balance in den vorherigen 12 Monaten von Mitarbeitern aus Deutschland erhalten haben.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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