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Nachhaltige Beschaffung: Lieferkettengesetz

Bonn/Radolfzell – Nachhaltige Beschaffung: GNF und Bodensee-Stiftung unterstützen Initiative für Lieferkettengesetz.

Die Bundesregierung beabsichtigt, im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft verbindliche Regeln für die Lieferketten europäischer Unternehmen durchzusetzen. Auch auf nationaler Ebene soll eine gesetzliche Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten erarbeitet werden. Der Global Nature Fund (GNF) und die Bodensee-Stiftung unterstützen diesen Plan gemeinsam mit anderen Unternehmen und Organisationen, die sich in einem gemeinsamen Statement für ein Lieferkettengesetz stark machen.

Nachhaltige Lieferkettengestaltung, d.h. die Sicherstellung sozial-ökologischer Standards auf dem Weg von der Produktion bis zum Verkauf, gehört zu den „dicksten Brettern“, die unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement zu bohren hat. Für viele Branchen und Produkte liegen die eigentlichen Herausforderungen außerhalb europäischer Werkstore in den überseeischen Ursprüngen der Rohstoffe und Vorprodukte. Oft werden erstere in einem Land gewonnen und in zahlreichen Etappen gehandelt und weiterverarbeitet, bis sie in einem anderen an den/die Endkund*in gelangen. Die Rückverfolgung ist mitunter schwierig: Viele beschaffende Unternehmen haben nur zu ihren direkten Lieferanten Kontakt.

Transparente Lieferketten, Schutz biologischer Vielfalt

Die Folge sind soziale, aber auch ökologische Belastungen in Produktionsländern, von denen Zwischenhändler, verarbeitende Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden nichts wissen oder die sie stillschweigend in Kauf nehmen. Der Global Nature Fund und die Bodensee-Stiftung sind NGOs, die sich mit den Auswirkungen menschlichen Wirtschaftens auf die Umwelt befassen und Unternehmen Wege zu ökologischerem Handeln weisen. Besonders beschäftigt sie der Einfluss internationaler Lieferketten auf die Biodiversität: Studien zeigen, dass ein signifikanter Verlust an biologischer Vielfalt in den Ländern zu verzeichnen ist, in denen Rohstoffe und Waren für den internationalen Handel und damit den Export nach Europa zwar gewonnen und produziert, aber nicht konsumiert werden.

Das ist problematisch, da gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern viele Hotspots der Biodiversität liegen, also Gebiete mit großem und gleichzeitig bedrohtem Artenreichtum. Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung, erklärt: „Wissenschaftler konnten zeigen, dass 30 Prozent aller gefährdeten Arten durch den internationalen Handel auf die Rote Liste gekommen sind. Die Waldrodung für den Sojaanbau, der Einsatz von Pestiziden auf Bananenplantagen oder die Vergiftung von Flüssen durch den Erzabbau tragen zum Verlust biologischer Vielfalt insbesondere in Ländern des Globalen Südens bei.“ Hammerls Fazit ist eindeutig: „Wir brauchen ein Lieferkettengesetz. Und zwar auf deutscher Ebene ebenso wie auf europäischer. Und das am besten schon gestern, denn der menschengemachte Verlust an Biodiversität ist nicht wiedergutzumachen.“

Ein breites Bündnis für nachhaltige Beschaffung

Es gibt also genug gute Gründe gelebter Verantwortung, aus denen viele Unternehmen schon heute selbstständig die Initiative ergreifen, um ihre Wertschöpfungsketten stärker zu durchleuchten und aktiv zu gestalten. Dazu gehört, die Mitarbeitenden vom Nachhaltigkeitsmanagement über den Einkauf bis zur Unternehmensleitung dafür zu sensibilisieren, die eigenen Lieferketten unter die Lupe zu nehmen und Handlungsspielräume zu identifizieren. Damit diesen Ansatz zukünftig alle europäischen Unternehmen teilen, unterstützt neben der Bodensee-Stiftung auch der Global Nature Fund eine Stellungnahme der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA), unter deren Dach sich 33 Unternehmen und Organisationen zusammengeschlossen haben.

„Uns ist es wichtig, damit ein Statement zu setzen“, so Stefan Hörmann, Stellvertretender GNF-Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Unternehmen und Biodiversität. „Viele Firmen zeigen bereits, wie es geht, und gehen mit gutem Beispiel für soziale und ökologische Verantwortung voran. Aber eben nicht alle – und Mensch, Natur und biologische Vielfalt leiden unter unserem bedenkenlosen Handel und Konsum. Deshalb ist es wichtig, verbindliche Regelungen zu schaffen. Wir beim GNF setzen uns mit aller Kraft für fairen Handel ein, wie er in einem Lieferkettengesetz zum Ausdruck kommt.“

Quelle: Global Nature Fund (GNF)

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