Die Verpackungsindustrie wird kritisch beobachtet. Sie steht unter Druck, denn sie produziert viel Müll. 60 Prozent des Abfall, der jährlich in Deutschland anfällt, besteht aus Verpackungen. Vieles wäre vermeidbar, für manches gibt es Alternativen. Das Begriff der Nachhaltigkeit wird da viel und gerne bemüht.

Was heißt das eigentlich: Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist unter anderem ein ökologisches Konzept. Die natürlichen Ressourcen werden so genutzt, dass die Regeneration des Systems im Vordergrund steht, also die Umwelt. Bei Herstellung und Entsorgung sollte daher in Kreisläufen gedacht werden. Und das gilt auch für den Verpackungsbereich.
Inzwischen hat sich in der Entsorgungs auch einiges getan – durch Mülltrennung gehen über 95% der Kunststoff-Abfälle in den energetischen Kreislauf zurück oder werden wiederverwertet. Das meiste davon sind PE-Produkte – Polyethylene in verschiedenen Formen – reine Erdölprodukte. Auf der Produktionsseite kann aber noch vieles verbessert werden: Immer noch werden PE-Folien größtenteils aus Erdöl-Granulat hergestellt. Und diese Ressource ist endlich.

Nachhaltigkeit bei Verpackungen

Bildquelle: Fotolia.com – © VRD

Die wohl beste Form der Nachhaltigkeit bei Verpackungen ist: Vermeiden. Allerdings ist das gerade in der Lebensmittelbranche und bei Konsumgütern in vielen Fällen nicht praktikabel. Gerade dort werden viele PE-Produkte benutzt, unter anderem für Obst- und Gemüseschalen, für PET-Flaschen, für Mehrweg-Einkaufstaschen, als Frischhaltefolien und auch für Etikette.
Aber auch wenn Kunststoffe durch alternative Materialien ersetzen werden, kann man die Ressourcen schonen, zum Beispiel mit Bio-Etiketten oder bio-basierten PE-Folien. Bei ihrer Herstellung wird das Erdöl-Granulat, aus dem sie bestehen, durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt.

• Alternative auf Zuckerrohr-Basis

Für die recycelbare Folie wird zum Beispiel zu 100 Prozent Granulat aus Zuckerrohr-Ethanol verwendet. Diese Öko-Folie hat dieselben Eigenschaften wie herkömmliche PE-Folie, kann diese also problemlos ersetzen. Da sie aus nachwachsenden Rohstoffen produziert ist, schont sie die Umwelt. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Ökonomie. Der Preisunterschied zwischen konventioneller und Öko-Folie ist sehr gering. Denn für die bio-basierte Folie können die bestehenden Produktionseinrichtungen weiter verwendet werden. Und auch die bereits bestehenden Recyclingformen können weiterhin genutzt werden. Auch das ist eine Form der Nachhaltigkeit.

Sonderfall Etikette

Manches lässt sich ersetzen, so zum Beispiel PE-Tüten durch Stoff oder Papier, Einweg-Geschirr aus Plastik durch Karton. Bei Etiketten liegt der Fall ein wenig anders. Die Aufkleber auf Gläsern, Verpackungen und Flaschen sind wesentliche Informations-Träger für ein Produkt, sind sozusagen ihr Aushängeschild. Und sie müssen einiges aushalten: Hitze, Kälte, Abrieb, Feuchtigkeit. Daher werden viele Etikette, auch für Bio-Produkte, nach wie vor aus PE-Folie hergestellt. Doch auch hier gibt es mittlerweile eine Alternative.

• Bio-Etikette aus Baden-Württemberg

Die Firma Etiket Schiller aus dem schwäbischen Plüderhausen arbeitet seit 80 Jahren im Bereich Verpackung. Sie setzt in ihrer Produktpalette immer mehr auf Nachhaltigkeit, so zum Beispiel mit Etiketten aus Bio-Folie. Man verwendet für die Bio-Aufkleber eine Folie, die auf dem nachwachsenden Rohstoff Zuckerrohr basiert. Diese bio-basierten Etikette lassen sich genauso verarbeiten wie herkömmliche Produkte. Damit können Papiertüten für Grundnahrungsmittel gekennzeichnet werden, ebenso wie Getränkeflaschen oder Artikel aus der Haushalts- und Kosmetikbranche.

Und auch beim Träger-Material hat die Firma sich etwas einfallen lassen. Vor ihrer Verwendung sind selbstklebende Etikette auf einer Folie aufgebracht. Werden die Aufkleber benutzt, wird diese Folie zu Abfall. Auch hier setzt der deutsche Etikettenhersteller auf Nachhaltigkeit. Die Bio-Etiketten liegen auf einem Trägermaterial, dass zu 90 % aus Glassine-Papier besteht. Dieses kann zu Recycling-Papier wiederverwertet werden.

Die neuartigen Bio-Etikette sind damit eine echte Alternative zu den konventionellen Aufklebern, zeitgemäß und CO2-neutral. Interessant für alle, die auch bei der Verpackung auf Nachhaltigkeit setzen und klimaneutral leben wollen.

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de

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