Wir schreiben das Jahr 2015. Die Welt wächst immer mehr zusammen, indem man sich zunehmend untereinander vernetzt. Diese Globalisierung erstreckt sich auf nahezu alle Bereiche. Nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich. Ob nun Kommunikation, Umwelt, Kultur, Politik oder auch die Wirtschaft: Der technische Fortschritt gibt allerorten den Takt vor.

Gerade Unternehmen sehen sich in dieser digitalisierten Welt mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Was zur Folge hat, dass sie ihre Produktionsprozesse zunehmend durch IT-Systeme lenken lassen müssen, um wirtschaftlich Schritt halten zu können. Lösungsansatz, Weg zum Ziel und Lösung zugleich ist in diesem Zusammenhang die sogenannte „MES Software“. Diese liefert eine integrierte Unterstützung von Produktion und Produktionsprozessen. Zudem schafft sie die Verbindung zwischen kommerzieller Auftragsbearbeitung auf ERP(1)-Ebene und Steuerungssystemen des Produktionsvorgangs. Bezeichnet werden solche Systeme als „Manufacturing Execution Systems“, kurz „MES“. Die MES-Systeme nehmen einen zentralen Platz in der globalen Anwendungssystemarchitektur des Unternehmens ein – sie fungieren als Schaltstelle zwischen dem ERP-System und der Automation. Ein kontinuierlich IT-unterstützter Informationsfluss ist hierdurch gewährleistet – dies wiederum sorgt für eine höhere Transparenz.

MES Software

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Hauptfunktion des MES-Systems ist das Aufzeichnen sowie das Analysieren von Echtzeitinformationen über einen in Gang gesetzten Produktionsprozess, nicht minder die Bereitstellung unternehmensweiter RT(2)-Daten. Vor diesem Hintergrund ist es möglich, positiv auf den Produktionsprozess einzuwirken und diesen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, also auch kurzfristig, in erforderliche Bahnen zu lenken. Hierfür ist es MES-Systemen über die Datenerfassung hinaus möglich, sich einer Vielzahl weiterer betrieblicher Aufgabenstellungen anzunehmen.

Die Integration von MES-Systemen und MES Software in das Unternehmen stellt einen folgenreichen Entschluss dar, weswegen er wohlüberlegt sein sollte. Gegenüber der Einführung von ERP-Systemen ist die Einführung von MES-Systemen nämlich die weitaus komplexere. Darüber hinaus ist vorab die Wirtschaftlichkeit zu hinterfragen, ebenso aber auch, ob die MES Software in die bereits vorhandene IT-Struktur sinnvoll eingebettet werden kann.

Basierend auf den Anforderungen der Produktionsprozesse gilt es bei der Auswahl von MES Software vorrangig darauf zu achten, ob die sich hieraus ergebenden Anforderungen des Unternehmens an die Software auch wirklich in lohnendem Maße abgedeckt werden können – gerade bei einem etwas höheren Investitionsvolumen. Eine schrittweise, systematische Vorgehensweise bei der anschließenden Implementierung und Inbetriebnahme von MES Software ist überdies anzuraten. Hiermit kann das Risiko, das bei einer sofortigen Kompletteinführung allgegenwärtig ist, gemindert werden.

(1) = „Enterprise Resource Planning“ – beinhaltet, unternehmenseigene Ressourcen (z.B. Material, Personal oder Kapital) in Anlehnung an den Unternehmenszweck rechtzeitig und bedarfsgerecht sowohl zu planen als auch zu steuern

(2) = „Real Time“ (Echtzeit)

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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