Hamburg – Mehr als die Hälfte der Werbeausgaben werden in Deutschland voraussichtlich in digitale Kanäle fließen. Der Carat Ad Spend Report sagt dem Markt ein stetiges Wachstum voraus.

Jahrelang wurde Programmatic Advertising als zu automatisiert und unpersönlich erachtet, um ein effektives Werkzeug beim Markenaufbau zu sein. Doch verbesserte Technologien und Techniken ermöglichen Marketingexperten jetzt, die Vorteile der Reichweite sowie die Effizienz zu nutzen und das ganze ohne den Verlust der persönlichen Note, die Marken und Kunden verbindet.

Die Zukunft sieht vielversprechend aus, auch vor dem Hintergrund, dass das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist, denn dafür sind noch viele Integrationen und weitere Innovationen nötig.

Timur Özer - Quelle: Turn

Timur Özer – Quelle: Turn

Timur Özer, Sales Director Nord Europa bei Turn, Anbieter einer digitalen Plattform für Werbetreibende, diskutiert hier einige der Top-Trends, die Auswirkungen auf die Marketingbranche im Jahr 2016 haben werden:

Trotz Datenfokus kreativ sein

Datengesteuertes Marketing hat sich inzwischen fest etabliert. Es treibt das Mediengeschäft sowohl in Agenturen als auch in der Industrie stärker voran, als wir es zu träumen gewagten hätten. Kampagnen sind intelligenter, genauer und persönlicher als je zuvor. Es gibt immer mehr Menschen, die den Beruf des Daten-Analysten ausüben. Doch auf kreativer Seite werden die Einblicke aus der Datenanalyse noch nicht voll ausgenützt, was weniger relevante Nachrichten und Inhalten zur Folge hat.

Dabei könnten Daten beispielsweise dazu verwendet werden, die breiteren Interessen der Zielgruppe zu verstehen und sie in großen Kampagnen kreativ einzusetzen. Wenn potenzielle Kunden in ihrer Freizeit gerne Reisen, warum sollte man dann nicht die Kampagne eines Kleidungslabels an die Ferien in verschiedenen Ländern anpassen? Alternativ könnten Daten einer Clusteranalyse dazu verwendet werden die unterschiedlichen Untergruppen innerhalb ihrer Zielgruppe zu offenbaren. Einsetzen kann man die neugewonnen Erkenntnisse dann kreativ im Planungsprozess einer Kampagne. Der Ansatz kann auch in andere Bereiche wie zum Beispiel im Content Marketing verwendet werden was dazu führt, dass Kampagnen auf ganzer Linie noch zielgruppenspezifischer werden.

Die Zusammenführen von Kreativität und Programmatic Advertising wird 2016 also der Schüssel sein, um das Potenzial von Kundenbeziehung voll auszuschöpfen. Die Zusammenarbeit von Datenanalysten und Kreativ-Teams während eines Kampagnen-Zyklus schafft eine ganz neue Ebene an Personalisierung und Relevanz. Um das zu erreichen, braucht es einen dynamischen Ansatz an dem alle Beteiligten mitwirken und die Kreativarbeit nicht erledigt ist, wenn die Kreativagentur die Kampagne an die Mediaagentur übergibt.

Werbung und Marketingtechnologien zusammen führen

In der heutigen komplexen digitalen Landschaft wird es immer schwieriger und zugleich wichtiger, dem Kunden während der gesamten Customer Journey eine einheitliche, relevante Erfahrung zu bieten. Damit das möglich ist, sollten Marketingexperten digitale Werbung mit den weiteren Marketingaktivitäten verknüpfen, vom Customer Relationship Management bis zum eCommerce.

Die Verbindung von digitaler Werbung und Marketing bringt die folgenden Vorteile: Marken können sich in einen langanhaltenden Dialog mit den Kunden treten, bei jeder Interaktion eine konsistente Erfahrung liefern und den kompletten Lebenszyklus der Kunden betrachten, nicht nur einzelne Aktionen. Die Verbindung von Werbung und Marketing wird dazu beitragen, dass Marketingspezialisten besser als je zuvor Erkenntnisse anwenden, Kampagnen durchführen und Ergebnisse messen können – durchgehend, während der gesamten Customer Journey. Zentraler Punkt ist, dass die Verantwortung bei allen Teams gemeinsam liegt und nicht einfach an Media- oder Kreativagenturen abgegeben werden kann.

Die Kaufabsicht des Kunden voraussagen können

Vorhersagen der Zukunft sind keine Science Fiction mehr. Marken müssen heutzutage wissen, was der Kunde kaufen möchte bevor er es selbst weiß. Mit Hilfe von intelligenten Datenanalysen und -prognosen können Marketer Personen, die einen Kauf tätigen wollen, jetzt schon frühzeitig identifizieren, lange bevor diese das Geschäft betreten. Dies ermöglicht es Marketers genau vorauszusehen wer Interesse an ihrer Marke oder ihrem Produkt zeigt und auf diese Weise die kaufbereite Zielgruppe schnell identifiziert.

Es ist an der Zeit einen Schlussstrich unter den 08/15-Kunden zu ziehen und ihn nicht mehr nur auf Basis von letzten Onlineaktionen, seiner Demografie, bestimmten Attributen oder seines Kaufzykluses anzusprechen. Da die Customer Journey den Weg zum Kaufabschluss immer transparenter werden lässt, wird sich die Diskussion um Marketingtechnologien und -algorithmen verstärken. In 2016 wird der Marketer sich nicht mehr fragen wie gut sich etwas optimieren sondern wie gut sich künftiges Verhalten voraussagen lässt.

Quelle: Turn

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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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