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Die Erde im Blick: Kombinierte Datennutzung für Neue Geschäftsmodelle

Die “Sentinel”-Satellitenflotte und Daten aus den Bodenstationen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus liefern täglich gigantische Informationsdaten über unsere Erde. Sie ermöglichen langfristige Untersuchungen von Umwelt- und Klimadaten, aber auch einen schnellen Überblick von oben im Fall von plötzlichen Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen oder Waldbränden. Durch neue Entwicklungen in Bereichen wie Big Data und Cloud Computing werden die riesigen Datenmengen zunehmend für kommerzielle Produkte und Anwendungen in zahlreichen Wirtschaftssektoren zugänglich.

Quelle: ESA/NASA
Quelle: ESA/NASA

Erdbeobachtung von der Internationalen Raumstation (ISS)

Eine spannende Ergänzung zu Satellitendaten bietet die ISS. In niedriger Erdumlaufbahn, dem sogenannten Low Earth Orbit – LEO – umrundet sie die Erde täglich 16 Mal. Diese häufige Überflugrate bietet spannende Möglichkeiten für neuartige, kommerzielle Erdbeobachtungsdienste.

2015 wurde der Instrumententräger MUSES (Multi-User-System for Earth Sensing), von Teledyne Brown auf der ISS angebracht. Die Plattform hat eine Fläche von 85 mal 85 Zentimetern und bietet Platz für bis zu vier Instrumente, wie hochauflösende Digitalkameras, hyperspektrale Bildsensoren und viele weitere Erdbeobachtungssensoren. Regelmäßige Versorgungsflüge zur ISS bieten eine zuverlässige Alternative zu den derzeit hochgefragten Launch-Kapazitäten. Anders als bei sonstigen Satelliten können die Instrumente auf der ISS dadurch ausgetauscht und technische Neuerungen kontinuierlich eingebaut werden.

In Kombination mit Copernicus Daten, ermöglichen diese Instrumente die Entwicklung komplett neuer und maßgeschneiderter Erdbeobachtungs-Dienste, die zuvor Aufgrund der Kosten für die Entwicklung und den Start eines Satelliten mit neuen Instrumenten nicht machbar waren.

Kanadisches Startup ermöglicht weltweit erstes Selfie aus dem All

Das kanadische Startup Unternehmen UrtheCast, ein Gewinner des Copernicus Masters 2011, hat vorgemacht, wie sich die Synergien von Satellitendaten und Instrumenten auf der ISS kommerziell nutzen lassen. UrtheCast’s auf der ISS installierten Ultra-HD-Kameras werden im Monitoring in den Bereichen Umweltschutz, humanitäre Hilfe, soziale Veranstaltungen, der Landwirtschaft und vielen weiteren eingesetzt. Die hochauflösenden Bilder und Videos, werden den Entwicklern samt Analysewerkzeugen zur Verfügung gestellt. Erst kürzlich wurde die Übernahme des Erdbeobachtungsgeschäfts von Deimos, inklusive der Betreibung der Deimos-1 und -2 Satelliten durch UrtheCast bekannt. Zum Kinostart des neuen James Bond “Spectre”, wurde die UrtheCast HD-Kamera von Heineken® in einer Werbekampagne genutzt um das weltweit erste Selfie aus dem All zu machen.

Preise für neue Geschäftsmodelle zur kombinierten Datennutzung

Der größte internationale Wettbewerb für die kommerzielle Nutzung von Erdbeobachtungsdaten, Copernicus Masters, sucht zum sechsten Mal nach herausragenden Ideen, Anwendungen und Geschäftskonzepten, zur Nutzung von Erdbeobachtung im täglichen Leben.

Namhafte Partner vergeben Preise in sieben themenspezifischen Challenges. Die Gewinner erhalten neben Geldpreisen vor allem Zugang zu einem internationalen Netzwerk, Datenzugang sowie Gründungsförderung im Gesamtwert von mehr als 300.000 Euro. Visionäre Teams und Einzelpersonen aus Unternehmen, Forschung oder Universitäten weltweit haben jetzt die Chance Teil der Erfolgsgeschichte des Copernicus Masters zu werden.

Astrosat End-to-End EO Challenge

Die schottische Astrosat Ltd und ihr strategischer Partner Teledyne Brown haben die großartige Möglichkeit, regelmäßig neue und innovative Erdbeobachtungs-Sensoren auf der MUSE Plattform der Internationalen Raumstation zu installieren.

“Im Rahmen der Astrosat End-to-End EO Challenge suchen wir spannende neue und kreative Anwendungen für Erdbeobachtungsdienste, die auf der Nutzung von maßgeschneiderten Sensoren auf der ISS in Kombination mit den Copernicus Datensets basieren. Wir möchten die Teilnehmer ermutigen, so kreativ wie möglich zu sein. Gleichzeitig sollten die Einreichungen ein solides Geschäftsmodell vorweisen. Von besonderem Interesse für uns sind Lösungen im Bereich Katastrophenhilfe oder solche zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung von Endnutzern in asiatischen Entwicklungsländern.”, erklärt Steve Lee, Gründer und CEO von Astrosat.

Quelle: Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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