1. Google Now on Tap: App Annie rechnet damit, dass bis Ende 2016 Android als Plattform für Entwickler 2016 deutlich an Attraktivität gewinnt. Der Grund: Die App Indizierung und der (kosteneffiziente) Discovery über Google Now on Tap. „Dies dürfte insbesondere für Startups mit geringen Ressourcen interessant werden und hilft Google dabei, mehr Android-zuerst`- Entwickler zu gewinnen”, resümiert App Annie. (Hier ist anzumerken, dass die kontextsensitive Suche per Now on Tap, die Google mit Android 6.0 Marshmallow eingeführt hat, (noch) nicht auf Smartphones mit deutscher Spracheinstellung funktioniert.)

2. eSports: Für Spiele-Publisher sind mobile Spiele eine wachsende Umsatzquelle, da sie eine viel breitere Nutzergruppe erreichen als bei Konsolen- oder PC-Spielen. App Annie erwartet deshalb im nächsten Jahr eine gesteigerte Nachfrage nach mobilen Spielveranstaltungen mit Wettkampfcharakter oder mobilen eSports. Aufgrund von Veranstaltungssponsoring und Einnahmen über Ausstrahlungsrechte dürfte 2016 der Umsatz von Spiele-Publishern zusätzlich wachsen.

3. Messaging: Kulturelle Unterschiede sind für das große Messaging-Gefälle zwischen Asien und dem „Westen” verantwortlich. Denn in Asien werden per App-Messaging nicht nur Dialoge geführt, sondern z.B. auch Taxis bestellt, Offline bezahlt etc. Im Westen wird die Messaging-App praktisch nur in „Reinform” genutzt. Das will Facebook mit dem Ausbau seines Facebook Messengers ändern. (Siehe auch Grafik auf Seite 7)

4. Die E-Commerce-Strategie, die Interessenten über mobile Geräte oder Social Media in die stationären Geschäfte zu locken, auch Online-to-Offline-(O2O)- genannt, führte in der Vergangenheit zu einem zunehmenden Wettbewerb im Handel und steigenden Kosten für die Kundenakquise. Das gilt insbesondere für Asien, wo stark subventionierte Preise ein weit verbreitetes Instrument zur Kundengewinnung sind. Dies hatte bereits bis heute Konsolidierungsaktivitäten zur Folge – wie etwa den Kauf von FreeCharge durch Snapdeal oder von Just Eat India durch Foodpanda. App Annie rechnet für 2016 mit einer Konsolidierungswelle im O2O-Bereich – „bis nur noch eine Handvoll der stärksten Akteure in jeder Region übrig bleiben.”

5. Produktivitäts-Apps: Obwohl sich die CPU-Leistung von iPads und Tablets inzwischen gegenüber ihrem Markteintritt 2010 enorm verbessert hat, stieg die Zahl an Produktivitäts-Apps nicht im selben Maße. Der Anteil an iPad-Downloads hält sich laut App Annie auf dem Niveau von 2010. Für 2016 erwartet App Annie jedoch eine signifikante Download-Steigerung, weil etwa das iPad Pro einen größeren Bildschirm bietet. (Grafik: Verbesserungen der CPU-Leistung haben Downloads für Produktivitäts-Apps für das iPad überholt.)

6. Finanzdienstleistungen: Privatkundenbanken sind mit einem „Tod auf Raten” konfrontiert, weil inzwischen „FinTech”-Unternehmen die lukrativen Umsatzquellen der Branche für sich entdecken. Mit FinTech sind Firmen bzw. Startups gemeint, die Technologien rund um Finanzdienstleistungen wie beispielsweise Transferwise, We Swap oder Wealthfront anbieten. Das hat einen Bedeutungsverlust von Banken zur Folge, die ihre Rolle als Mittler zu verlieren drohen. „Für 2016 rechnen wir damit dass diese Apps (FinTech-Apps) sowohl auf iOS wie auch auf Google Play – dank größerer Transparenz, geringeren Transaktionskosten und erhöhtem Verbraucherbewusstsein – stark wachsen”, prognostiziert App Annie.

7. Second Screen ist auf dem Vormarsch: tvOS, die Apple TV-Software, bringt nun Apps von Drittanbietern auf den Apple TV. App Annie erwartet, dass Spiele- und Videostreaming-Apps 2016 führen und der große Bildschirm höhere Umsätze pro App und Nutzer bringt. „Der wichtigste Vorteil des Apple TV könnte darin liegen, das Smartphone (und in geringerem Maße das Tablet) dauerhaft als Second Screen zu etablieren”, sagt App Annie.

8. YouTube Red ist der Versuch, eine neue Kostenstruktur für die TV-Nutzung einzuführen, indem Originalserien und Filme gemeinsam mit YouTube Stars produziert werden, fasst App Annie die Situation im TV-Segment ein. Darin sieht App Annie eine Chance für neue Wege im Fernseh-Bereich. Schließlich begrenzten bisher hohe Kosten und die Risiken bei der Angebotserstellung von originalen Premiuminhalten für TV das sogenannte Cord Cutting, also den Umstieg der Nutzer von Kabelverträgen aufs Internet.

9. Wearables: Die App-Entwicklung für Wearables wie Smartwatches ist für Entwickler eine besondere Herausforderung, weil für kleine Displays und kurze Interaktionszeiten entwickelt werden muss. Deshalb stellt App Annie den Trend fest, dass sich die App-Entwicklung auf diesem Feld auf bestimmte Kategorien bzw. Branchen verteilt. Für App-Entwickler dürfte 2016 eine branchenspezifische Fokussierung auf Fitness- und Gesundheitsüberwachungs-Apps rentabel sein.

10. Augmented und virtuelle Realität (AR/VR) steigern das Spiele-Erlebnis. Die erwarteten Veröffentlichungen – Facebooks Oculus Rift, Samsungs Gear VR oder Microsoft HoloLens – künden von den ersten AR- und VR-Plattformen. Große Publisher wie Google und die New York Times unterstützen diesen Trend zur virtuellen Wirklichkeit in ihren Produkten. Anstehende Titel wie Pokemon Go weisen ebenfalls in diese Richtung: Im Jahr 2016 werden noch mehr Content-Player in Richtung AR und VR denken und agieren.

Quelle: Storymaker für App Annie

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
Veröffentlicht am: