Energie ist nach wie vor ein großes gesellschaftliches und auch politisches Thema. Dabei wird häufig auf den Verbrauch der Privatkunden eingegangen, der durch technologisch fortschrittliche Ausstattung, aber auch gewisse Selbstdisziplinierung gesenkt werden soll. Tatsächlich liegt der Anteil der durch Haushalte verbrauchten Energie nur knapp unter dem der energiehungrigen Industrie. Doch auch Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbrauchen immerhin 15% der deutschen Endenergie. Zeit also, sich auch als Gewerbetreibender mit diesem Thema zu beschäftigen.

Foto: Pixabay

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Grüner Strom ist angesagt

Relativ gesehen verbrauchen Handel und Gewerbe von allen Sektoren die meiste Energie in Form von Strom. Absolut betrachtet benötigen Gewerbeunternehmen sogar mehr Strom als die deutschen Haushalte. Da liegt es nahe, hier am ehesten nach Einsparpotentialen zu suchen. Sparen bedeutet in diesem Zusammenhang aber nicht nur eine rein finanzielle Belastungsreduzierung, sondern auch hinsichtlich der Umwelt. Unternehmen, die diese Art von Verantwortung zeigen, bemühen sich für die Stromversorgung gern um die sogenannte grüne Energie, also Strom aus regenerativen Quellen. Für manche Betriebe lohnt möglicherweise sogar die Installation einer hauseigenen Energiequelle. So können Windräder auf dem Dach, Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke nicht nur im industriellen Bereich, sondern auch in Handel und Gewerbe angebracht sein. Ist diese Möglichkeit nicht sinnvoll, lohnt vielleicht ein Wechsel des Energieanbieters hin zu grünem Strom. Preislich sind diese Anbieter längst wettbewerbsfähig geworden und bieten den renommierten Stromriesen mehr und mehr die Stirn.

Effizienz ist entscheidend

Egal ob grüner Strom oder nicht – wichtig ist für Umwelt und Geldbeutel auch immer die Effizienz. Das gilt für die Verbrauchsgeräte, aber auch für die Stromerzeuger. Gerade auf Baustellen sind viele Gewerbetreibende auf effiziente und kompakte Generatoren angewiesen, die möglichst wenig Treibstoff verbrauchen sollten. In den Betrieben selbst laufen manche Maschinen lange und ohne Unterbrechung auf Hochtouren. Hier sollte beim Kauf auch auf die Energieeffizienz geachtet werden. Mögliche Mehrkosten in der Anschaffung amortisieren sich oft in wenigen Jahren Gebrauchszeit. Der größte Stromfresser im Sektor Dienstleistung sind aber Büros. Allein Licht, IT-Geräte und Klimaanlagen verbrauchen den Löwenanteil an Bürostrom und laufen weitaus länger pro Tag als ihre Pendants in privaten Haushalten. Energieeffiziente Drucker und PCs, Energiesparlampen sowie Klimaanlagen mit Timer oder automatischer Abschaltfunktion helfen hier sparen. Ähnliches gilt für den Handel, der zum Zwecke der Warenpräsentation sowie Kühlung und Klimatisierung viel Strom auf teils sehr großen Flächen verbraucht. Der dritte große Stromverbraucher ist übrigens das Hotel- und Gaststättengewerbe. Auch hier gilt: Sinnvolle Investitionen in energiesparende Leuchtmittel und neue Geräte sowie der Bezug von grünem Strom können Umwelt und Geldbeutel langfristig entlasten.

Nachhaltigkeit als Verkaufsargument

Während bei privaten Haushalten, in denen oft Kinder aufwachsen, das moralische Argument manchmal schwerer wiegt als die Logik, ist die Argumentation bei Gewerbetreibenden meist sehr viel sachlicher. Gemacht wird, was dem Betrieb hilft. Tatsächlich ist ein effizienter Energieverbrauch für die Geschäftsbilanz meistens nicht entscheidend, also fällt dieser Punkt nicht selten unter den Tisch. Allerdings zeigt sich im Konsumentenverhalten eine wichtige Wende. Der Verbraucher denkt heute wesentlich nachhaltiger und bewusster und kauft auch so ein. Das bedeutet, dass Betriebe, die sich beispielsweise den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben, oft positiver wahrgenommen werden – unabhängig von Produktgüte oder dem Preis der Dienstleistung. Für die Unternehmen bedeutet das also, dass der Umstieg auf grünen Strom auch ein Verkaufsargument sein kann. Das gilt vor allem dann, wenn so ein ökologisches Argument zum restlichen Auftritt des Unternehmens passt. Wer Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geschickt und glaubwürdig in seine Unternehmenspräsentation einbindet, dürfte einen positiven Effekt bei der Kundschaft bemerken. Unabhängig von diesem Marketing-Mehrwert sollten aber auch die Entscheider in den Gewerbebetrieben bedenken, dass Verantwortungsbewusstsein nicht an der heimischen Türschwelle enden muss. Schließlich laufen bei den meisten Geschäftsführern und Angestellten zuhause auch Kinder herum, für die es lohnt, seinen kleinen Beitrag zu leisten.

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Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter [email protected] in der Redaktion erreichbar.
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