Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen, das im letzten Jahr sein Entscheidungsmodell zum Thema „Einführung von Cloud Computing“ in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) veröffentlich hat, bietet seit Kurzem das gesamte Studienmaterial zum kostenlosen Download an. Das Forscherteam hat im Rahmen der Expertenstudie sechs Faktoren identifiziert, die im Entscheidungsprozess in Unternehmen zum Tragen kommen. Das daraus resultierende Entscheidungsmodell, das sogenannte „Cloud-Entscheidungshexagon“, liefert sowohl Anwenderunternehmen als auch Cloud-Anbietern Unterstützung. „Anwenderunternehmen können die Entscheidungsfaktoren heranziehen, um die Angebote der Cloud-Anbieter kritisch zu hinterfragen und einer Prüfung zu unterziehen.

Cloud-Anbieter sollten das Entscheidungsmodell wiederum nutzen, um ihr Angebot kundenzentrierter auszurichten“, so Michael Schnaider, Konsortialleiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Lingen. Das Entscheidungsmodell basiert auf 22 telefonisch durchgeführten Interviews mit Akteuren aus der IT- und Beraterbranche. Insgesamt haben die Lingener Forscher knapp 300 Minuten Audiomaterial auf 70 DIN-A4-Seiten zusammengetragen und in einem mehrstufigen Verfahren analysiert. Neu an der aktuellen Veröffentlichung ist das in der Studie dargestellte Anwendungsbeispiel. Dieses zeigt deutlich, dass das Entscheidungsmodell auch „praktisch“ eingesetzt werden kann.

DLR sieht Modell als mögliche Blaupause für Technologieimplementierung im Mittelstand

Dass sich das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen mit dem Einführungsprozess von Cloud-Technologien in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt, kommt nicht von ungefähr. Seit dem Start des Kompetenzzentrums im Jahr 2017 unterstützt es kleine und mittlere Unternehmen dabei, „Datengetriebene Geschäftsmodelle“ zu identifizieren, zu entwickeln das Wertpotenzial von Daten zu vermitteln. Michael Schnaider: „Wir sehen im Cloud Computing eine relevante Schnittstellen-Technologie, mit der Unternehmen ihre Datenbestände skalierbar verarbeiten und für sich nutzbar machen können. Von daher möchten wir mithilfe des Entscheidungsmodells erklären, wie die Cloud in Unternehmen erfolgreich implementiert werden und woran Einführungsprozesse gegebenenfalls scheitern können.“

Fachlich begleitet wird das Kompetenzzentrum Lingen – wie auch die anderen 25 bundesweit aufgestellten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren – vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der angewandten Wissenschaften und der Grundlagenforschung. Laut DLR hat das Lingener Entscheidungsmodell das Potenzial einer „Blaupause für Technologieimplementierung im Mittelstand“ und biete sich als relevanter Baustein für die Digitalstrategie der Bundesregierung an, so im Vorwort der Studienzusammenfassung zu lesen.

Hintergrundinformationen

Das Mittel­stand 4.0-Kompe­tenz­zen­trum Lingen ist Teil der Förder­initia­tive „Mittel­stand 4.0 – Digitale Produk­tions- und Arbeits­pro­zesse“, die im Rahmen des Förder­schwer­punkts „Mittel­stand-Digital – Stra­te­gien zur digitalen Trans­for­ma­tion der Unter­neh­mens­pro­zesse“ vom Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Die geförderten Kompetenzzentren helfen mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Best-Practice-Beispielen sowie Netzwerken, die dem Erfahrungsaustausch dienen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital.

 

Quelle: IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland

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