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Handyortung ist einfach, billig – und verboten: Tipps vom Ermittlungsprofi

Verbringt der Ehemann seine vielen Überstunden wirklich im Büro? Wo hält sich mein Kind auf, wenn es nicht zu Hause ist? – Fragen, die sich eifersüchtige Partner oder besorgte Eltern häufiger stellen. Neue Technologien bieten viele Möglichkeiten, um den Standort einer Person zu lokalisieren, etwa eine Handyortung via App oder einen Internetdienst. Diese Services sind zum Teil sogar kostenlos verfügbar, aber bis auf wenige Ausnahmen ungesetzlich. Wie funktioniert eine Handyortung, wann kann dieses Mittel legal genutzt werden und welche Alternativen gibt es? Ermittlungsexperte Marcus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit tätigen Detektei Lentz, kennt die Einzelheiten.

Quelle: Detektei Lentz & Co. GmbH
Quelle: Detektei Lentz & Co. GmbH

Laut einer Statistik besitzen mehr als die Hälfte der Deutschen ein Smartphone mit GPS- oder WLAN-Ortung. Die Standortbestimmung einer Person ist durch Smartphones recht einfach möglich. Nicht nur für Privatpersonen ist die Nutzung dieser Daten interessant. Auch Behörden haben die neue Technologie für sich erkannt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz versandte im ersten Halbjahr 2014 etwa 53.000 stille SMS zur Lokalisierung von Mobiltelefonen. Stille SMS sind Kurzmitteilungen ohne Text, die für den Empfänger nicht sichtbar sind. Die Polizei, der Zoll und die Geheimdienste nutzen diesen Weg, um Straftaten oder Gefahrensituationen aufzuklären. Für Privatpersonen hingegen gilt: „Die Ortung durch eine Privatperson ist laut §98 Telekommunikationsgesetz nur mit einer schriftlichen Einwilligung der georteten Person erlaubt“, betont Chefermittler Marcus Lentz von der bundesweit agierenden Detektei Lentz. „Von einer heimlichen Handyortung rate ich strikt ab, sie ist strafbar!“

Wie funktioniert eine Handyortung?

Es gibt zwei verschiedene Arten, ein Mobiltelefon zu lokalisieren. Zum einen das sogenannte Funkzellen-Verfahren, das auf allen Handys funktioniert. Je mehr Mobilfunkzellen in der Umgebung des zu ortenden Handys sind, desto genauer kann eine Lokalisierung erfolgen. Das andere Verfahren basiert auf GPS und ist somit nur bei internetfähigen Handys möglich. Diese Art der Handyortung ist die genaueste. Sie funktioniert aber nur, wenn der GPS-Service auch aktiviert ist. Bei beiden Verfahren gilt, dass das Mobiltelefon eingeschaltet und im Mobilfunknetz angemeldet sein muss.

Wann darf ein Handy lokalisiert werden?

Grundsätzlich ist eine Handyortung ohne Zustimmung illegal. Als Privatperson darf man nur sein eigenes Telefon oder das Handy des eigenen Kindes orten, solange dieses noch minderjährig ist. „Eltern, die Ortungsdienste einsetzen möchten, sollten vorher unbedingt mit ihrem Kind darüber sprechen. So schaffen sie Vertrauen und Verständnis”, empfiehlt Marcus Lentz. Eine weitere Möglichkeit wäre, das Kind nach einer Lokalisierung per SMS zu benachrichtigen. „Besteht der Verdacht, dass sich das Kind in akuter Lebensgefahr befindet, sollte umgehend die Polizei alarmiert werden“, rät der Ermittlungsexperte.

Alternativen und Tipps

Freilich sind Gefahrsituationen, deren Aufklärung einen Polizeieinsatz erfordert, nicht an der Tagesordnung – trotzdem machen sich viele Eltern Sorgen um ihr Kind. Sollte ein erheblicher Verdacht bestehen, dass sich das Kind zum Beispiel im falschen Umfeld bewegt und ein Absturz droht, helfen Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort aber nur bedingt weiter. Weitaus konkretere Anhaltspunkte ergeben sich hier nur durch den Einsatz einer seriösen Detektei. „Durch eine diskrete Observation können wir herausfinden, wo sich das Kind regelmäßig aufhält und was es dort macht. Gegebenenfalls greifen Ermittler in einer akuten Gefahrensituation auch direkt ein“, erklärt Marcus Lentz. Von einer heimlichen Überwachung via App oder Internetdienst rät der Ermittler hingegen dringend ab. Diese ist bei Jugendlichen über 18 Jahren nicht nur strafbar, sondern häufig auch zu ungenau. Gleiches gilt für eine Überwachung des Partners aus Eifersucht: Eine ungenaue Standortbestimmung kann womöglich völlig grundlose Streitigkeiten provozieren – und entdeckt der Partner die Überwachung, kann dies erst recht das Aus für die Beziehung bedeuten. „Sinnvoll hingegen sind Apps, mit denen man sein eigenes Telefon wiederfinden kann“, sagt Lentz – als Diebstahlschutz und zum Ausgleich eigener Unachtsamkeit.

Weitere Informationen unter www.lentz-detektei.de

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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