Kreditierte Bildungsleistung als Mittel zur Überwindung der griechischen Wirtschaftskrise

Norderstedt – Die im ersten Halbjahr 2015 vorgelegten oder diskutierten Vorschläge lösen die griechische Schuldenkrise nicht. Die griechische Schuldenlast ist so hoch, dass eine realistische Tilgung in einer angemessenen Zeit nicht absehbar ist. Die Lösung des Problems sieht Dipl. Ing. Hans-Diedrich Kreft, Vorstandsvorsitzender der Shuccle AG, in dem marktwirtschaftlichen Konzept des “Griechischen Hebels”. Mit dem “Griechischen Hebel” wird jungen, griechischen Bürgern ihre Aus-, Fort- und Weiterbildung finanziell abgesichert. Damit werden die griechischen Lebensverhältnisse dort verbessert, wo es am nötigsten und für die Gesundung der griechischen Wirtschaft am nachhaltigsten ist, bei den Familien mit jungen, bildungswilligen Menschen. Die finanziellen Mittel werden monatlich bei Leistungsnachweis dem Lernleistenden persönlich als Kredit der Europäischen Zenttrabbank (EZB) zur Verfügung gestellt.

Quelle: shuccle AG

Quelle: shuccle AG

“Das vorgeschlagene Programm würde bei 2 Mio. förderfähigen, jungen Griechen und einer monatlichen Auszahlung von 800 € einen durch die EZB zu kreditierenden Betrag von 19.2 Mrd. € pro Jahr ausmachen. Das wäre ein Teil des Kredites, der Griechenland für die Rückzahlung seiner Schulden auch ohne diesen Vorschlag allein im Jahr 2015 gewährt werden müsste. Und es ist nur ein fünfzigstel des Betrages, den die EZB in 2015 für die Refinanzierung von Bankkrediten – darunter viele fragwürdige – zur Verfügung stellt. Zurückgezahlt wird das Geld, wenn der kreditierte Bürger irgendwo in Europa einen Job annimmt, ein Gehalt bezieht oder z. B. ein Einkommen als Selbstständiger erzielt”, wirbt Hans-Diedrich Kreft für seine Idee des “Griechischen Hebels”.

Die Vorteile des neuen marktwirtschaftlichen Ansatzes sind u.a.:

  • Weil der Bildungskredit im Falle eines Einkommens (Gehalt) zurückgezahlt wird, rentiert sich die erbrachte Bildungsleistung wirtschaftlich.
  • Es gibt zur Arbeitslosigkeit von Jugendlichen eine sinnvolle Alternative.
  • Die Möglichkeit, der unsachgemäßen Verwendung der bereit gestellten Mittel, ist im Gegensatz zu Investitionsfinanzierungen (Straßen-, Ferienzentren-, Flughafenbau etc.) gering, da das Geld direkt beim Leistungsbringer, dem Bildungsleistenden ankommt.
  • Der griechische Staatshaushalt wird entlastet, da sich Sozialbeihilfen und Arbeitslosenunterstützung für Jugendliche reduzieren.

Für die Einführung des Griechischen Hebels sind keine politischen Beschlüsse in europäischen Parlamenten erforderlich, er kann allein auf Grund der Befugnisse der EZB gestartet werden, d. h. er kann schnell wirken.

Der griechische Staat steigt im internationalen Kreditranking, weil das Bildungsniveau seiner Bürger wächst, die Arbeitslosigkeit abnimmt, das Steueraufkommen mit dem Einkommensniveau seiner Bürger steigt, womit die Staatsausgaben sinken.

Die fälligen, griechischen Staatskredite können gestreckt werden, da der „griechische Hebel” auch für eine langfristige Gesundung der griechischen Wirtschaft steht und die Rückzahlung der Staatskredite wahrscheinlicher wird, als es bis 2015 absehbar war.

“Wir müssen erkennen, dass hochwertige Infrastrukturen wertlos sind, wenn das Bildungsniveau der Menschen nicht dazu passt. Wenn eine entdeckte Ölquelle nicht genutzt werden kann, weil Menschen nicht das entsprechende Wissen dazu haben, ist sie wertlos. In diesem Sinne sind Infrastrukturmaßnahmen in zukünftigen Gesellschaften in ihrem Zusammenwirken mit Bildungsmaßnahmen zu sehen”, erklärt Hans-Diedrich Kreft.

Weil das öffentlich finanzierte, europäische Bildungssystem belastbare Zeugnisse zur Verfügung stellt, kann das Konzept „Griechischer Hebel” die beste Voraussetzung zur Kreditierung von Bildungsleistung nutzen. Hinzu kommt, dass die direkte, wechselweise Stärkung von Bildung und Marktwirtschaft zu einem anspruchsvolleren Wohlstandswachstum führt, weil Menschen mit höherem Bildungsniveau differenzierter nachfragen, als Menschen mit einem geringeren.

Der “Griechische Hebel” gilt für die vielen Nationen, die in gleicher Weise wie Griechenland bisher ihre Staatsdefizite durch neue Schulden für Investitionen erhöhen, ohne dass die Bildungsleistung entsprechend und angemessen steigt.

Veröffentlicht von:

Ann-Christin Haselbach

Ann-Christin Haselbach ist Kundenberaterin beim ARKM Online Verlag in Gummersbach. Sie unterstützt die Mittelstand Nachrichten und berät Neu- und Bestandskunden in allen Angelegenheiten.