Der erste Schritt heraus aus dem eigenen Heim und raus auf die Straße markiert auch den Moment, ab dem Privatpersonen zu öffentlichen Verkehrsteilnehmern werden. Ob Fußgänger, Radfahrer oder im Auto: Das Verkehrsrecht betrifft fast jede Person, die sich in der Öffentlichkeit aufhält. Im Autoland Deutschland werden pro Jahr laut Statistik über 2,5 Millionen Autounfälle erfasst. Dementsprechend groß ist die Zahl der Regulierungen und Vorschriften, die verschiedene Rechtslagen und Situationen behandeln. Die meisten Bereiche decken dabei StVG, Straßenverkehrszulassungsordnung und FeV (Fahrerlaubnisverordnung) ab. Als Privatperson lohnt es sich deshalb in vielen Situationen, einen fachkundigen Anwalt im Bereich Verkehrsrecht zu konsultieren.

Verkehrsordnungswidrigkeiten: Übersicht der Tatbestände & Tipps zum richtigen Verhalten

Foto: © F. Muhammad / Pixabay

Der klassische Autounfall ist nur eine von unzähligen Situationen, in denen Außenstehende mit dem Verkehrsrecht konfrontiert werden. In den meisten Fällen greift das Verkehrsrecht im Fall von minder schweren Ordnungswidrigkeiten wie dem Falschparken oder Geschwindigkeitsübertretungen. Hinzu kommen Bußgeldverfahren wegen Alkohols am Steuer, die meist mindestens Punkte im Verkehrszentralregister, schlimmstenfalls aber auch ein temporäres Fahrverbot bedeuten können. Im Bereich der Fahranfänger ist auch die Anordnung der gefürchteten Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) häufig vertreten. Auslöser dafür ist zwar oft noch der traditionell häufig ausgesprochene Vorwurf des (Rest-)Alkohols am Steuer, vermehrt aber auch Cannabisdelikte. Die neuen Rekordwerte sind vor allem vor dem Hintergrund der Bekundungen der Politik, Konsumenten zu entkriminalisieren, als kritisch zu sehen.

Anwalt für Verkehrsrecht: Wann lohnt es sich, einen Anwalt einzuschalten?

Viele Bürger sind auf ihren Führerschein angewiesen, um ihrem Beruf nachzugehen oder die Arbeitsstelle zu erreichen. Ein Verlust der Fahrerlaubnis kann deshalb existenzgefährdende Auswirkungen auf die Betroffenen haben. Abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Angeklagten können jedoch auch Bußgeldverfahren große Belastungen verursachen. Als wichtigste Gruppe ist allerdings die der Geschädigten in das Verkehrsrecht betreffenden Situationen zu nennen: Der Anspruch auf Schmerzensgeld sowie der Anspruch auf Schadensersatz bei Eintreten von Wertminderungen oder Berufsausfallzeiten sollte stets eingefordert werden und steht den Betroffenen zu. Die von Versicherungen eingesetzten Gutachter und Sachverständigen zur Klärung von Schuld- und Kostenfragen in Schadensfällen arbeiten stets im Dienste ihrer Auftraggeber und sind an einer angemessenen Entschädigung für Geschädigte meist nur nachrangig interessiert.

Verkehrsrecht: Welche Vergehen gelten als schwerwiegend?

Neben Ordnungswidrigkeiten, die nur in manchen Fällen Bußgeldverfahren nach sich ziehen, gilt es bei schwerwiegenden Vorwürfen, unbedingt einen Fachanwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren. Dazu gehören Situationen wie die Anklage wegen fahrlässiger Tötung, Fahrerflucht, Kennzeichenmissbrauch oder der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Diese Anschuldigungen können besonders schwere Auswirkungen auf das Leben der Angeklagten haben: Hier geht es neben Geldstrafen und Fahrverboten auch um Freiheitsstrafen von bis zu mehreren Jahren.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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