Stuttgart – Marcel Raßloff macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik bei Daimler im Lkw-Montagewerk in Wörth am Rhein. Der 18-Jährige ist körperlich eingeschränkt, an einer Hand fehlen ihm zwei Finger und er hat eine Hörbeeinträchtigung. Seit einem Praktikum während der Schulzeit wollte er eine Ausbildung bei Daimler machen. Und das hat inzwischen geklappt. Jetzt ist er im zweiten Lehrjahr und bohrt, feilt und sägt wie alle anderen Auszubildenden auch: „Vom ersten Tag an war ich voll integriert. Meine Arbeit macht riesig Spaß und mir stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen. Der Aufgabenbereich ist sehr vielfältig und die Anforderungen an mich sind die gleichen wie bei den anderen Auszubildenden“, sagt Raßloff. Derzeit lernt er, wie Dreh- und Fräsmaschinen bedient werden: „Wenn ich Unterstützung brauche ist immer jemand da, das gefällt mir. Der Teamgeist unter den Kollegen ist besonders toll.“

Quelle: Daimler AG

Quelle: Daimler AG

Insgesamt arbeiten bei Daimler in Deutschland mehr als 8.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung. Das sind rund sechs Prozent der Beschäftigten, damit übertrifft das Unternehmen die gesetzlich geforderte Quote von fünf Prozent. Wilfried Porth, Vorstand für Personal und Arbeitsdirektor, IT & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG: „Die Kolleginnen und Kollegen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Belegschaft. Vielfalt ist für uns nicht nur ein Modewort, sondern Leitmotiv und gelebte Normalität. Wir sind überzeugt, dass vielfältige Teams bessere Ergebnisse erzielen. Jeder Mitarbeiter bringt andere Talente und Perspektiven ein, die für unser Unternehmen sehr wertvoll sind. Unser Ziel ist jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter so einzusetzen, dass er seine Stärken optimal in seine Arbeit einbringen kann.“

Alfons Adam, Konzern- und Gesamtvertrauensperson für schwerbehinderte Menschen: „Gemeinsam arbeiten wir bei Daimler an einer Kultur der Inklusion und stellen uns den Herausforderungen beim Thema Barrierefreiheit. Wir bieten Jugendlichen mit Handicap eine qualifizierte Ausbildung, den Mitarbeitern vielfältige Einsatzmöglichkeiten und mit unseren Vereinbarungen zum Zukunftsbild auch sichere Perspektiven. Unterschiedliche Mitarbeiter bringen frische Ideen und ihre individuellen Fähigkeiten ein und sind so ein großer Gewinn für das Unternehmen.“

Förderung junger Menschen mit Handicap

Daimler fördert bereits während der Schulzeit Nachwuchskräfte mit Handicap und vermittelt zahlreiche Praktikumseinsätze. Darüber hinaus konnten seit 2010 rund 180 junge Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung die Ausbildung zum Metallwerker oder zur Metallwerkerin machen. Alle wurden nach ihrem erfolgreichen Abschluss übernommen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit körperlichen Beeinträchtigungen werden im Berufsalltag unterstützt. So gibt es im Mercedes-Benz Werk Bremen das Projekt „Warenkörbe Supermarkt“. Hier wurde der Kommissionierungsprozess so umgestaltet, dass er Mitarbeitern mit Behinderung besonders einfaches Arbeiten ermöglicht: Bei der Bereitstellung von Waren werden leicht zu schiebende Wagen eingesetzt, alle Regale sind in optimaler Höhe angebracht und es wird automatisiert angezeigt, wie der Mitarbeiter den Wagen bestücken muss.

Tag der Menschen mit Behinderung im Mercedes-Benz Museum

Am 3. und 4. Dezember 2016 lädt das Mercedes-Benz Museum erneut zum Tag der Menschen mit Behinderung ein. Es werden vier Fahrzeuge, darunter die E-Klasse Limousine, die B-Klasse, die V-Klasse und der Citan mit speziellen Sonderausstattungen präsentiert. Zudem können die Museumsbesucher im Raum „Dialog im Dunkeln“ zwei Fahrzeuge aus der 130-jährigen Geschichte des Unternehmens über ihren Tastsinn erleben.

Quelle: Daimler AG

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
Mail: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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