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Studie: Käufer von Kfz-Zubehör äußerst preissensibel

Geisenheim – Die Deutschen kaufen am liebsten bei Amazon und Ebay ihre Kfz-Teile, Zubehör oder Reifen. Bei den Spezialisten hat A.T.U die höchste Käuferreichweite. Unter allen Onlineshops überzeugt reifen.com seine Kunden am besten. Für die onlineaffinen Einkäufer von Kfz-Zubehör haben Internetforen eine weit größere Bedeutung als für Shopper anderer Warengruppen. Dies sind Ergebnisse der Studie “Black Box Online Shopping – Kfz-Teile & Zubehör” des Marktforschungsunternehmens Konzept & Markt, für die 750 Onlinekäufer repräsentativ befragt wurden.

Quelle: Konzept & Markt
Quelle: Konzept & Markt

Der Kauf von Autozubehör ist Männersache. 77 Prozent der Shopper von Kfz-Zubehör und Reifen sind männlich. Nur bei der Warengruppe Wein & Spirituosen ist der Anteil mit 65 Prozent noch geringfügig höher. 37 Prozent der Käufer sind zwischen 30 und 45 Jahre alt, 30 Prozent sind zwischen 46 und 60 Jahre alt, der Anteil der 18- bis 29-Jährigen beträgt dagegen nur 20 Prozent.

Der Einkauf von Kfz-Teilen und Zubehör im Internet spielt zwar eine wichtige Rolle, aber nach wie vor tätigen die Onlineshopper ihre Einkäufe überwiegend stationär. 64 Prozent aller Onlinekäufer von Kfz-Teilen und Zubehör kaufen auch in Fachmärkten wie A.T.U, Euromaster oder Pitstop ein. 45 Prozent nutzen Bau- und Heimwerkermärkte. Zugleich liegt der Anteil der Käufer, die bevorzugt im Internet Kfz-Teile und Zubehör kaufen, mit 60 Prozent sehr hoch. “Dieser Wert liegt deutlich über dem von Onlineshoppern mit 47 Prozent”, sagt Dr. Ottmar Franzen, Geschäftsführer des Beratungsinstituts Konzept & Markt.

Der Preis ist das wichtigste Kriterium bei den Onlinekäufern

Die wesentlichen Vorteile des Onlineshoppings gegenüber dem stationären Einkauf sehen die Käufer in den günstigen Preisen (69 Prozent). Mit dieser klaren Preisorientierung unterscheiden sich die Onlineshopper von Kfz-Teilen und Zubehör deutlich von der Gesamtheit aller Onlineshopper (56 Prozent). 44 Prozent der Befragten nennen die Lieferung der Ware nach Hause als Vorteil gegenüber dem Kauf in stationären Geschäften, 43 Prozent die große Auswahl, 41 Prozent gute Such- und Vergleichsmöglichkeiten, 40 Prozent das bequeme Einkaufen von Zuhause aus und 33 Prozent die Einkaufsmöglichkeiten rund um die Uhr. “Onlinehändler müssen den Kunden neben dem Hauptvorteil der günstigen Preise stärker ergänzende Benefits vermitteln, ansonsten wird die Preisspirale nach unten drehen”, sagt Franzen.

Offenkundig wird der Einkauf von Kfz-Teilen und Zubehör als komplexe Aufgabe angesehen, für die der stationäre Handel nach wie vor seine spezifischen Vorteile bietet. So genießt der Beratungsfaktor für diese Warengruppe einen deutlich höheren Stellenwert als für den Einkauf der übrigen Warengruppen. “Der stationäre Handel mit einer guten persönlichen Beratung bietet damit einen strategischen Wettbewerbsvorteil, den er sich nicht nehmen lassen sollte. Zum anderen sind zielführende Informationen einer der fundamentalen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung erfolgreicher Onlineshops”, sagt Franzen.

Ferner fällt auf, dass Internetforen für die onlineaffinen Shopper von Kfz-Teilen und Zubehör einen deutlich höheren Stellenwert haben (77 Prozent) als für die Onlineshopper insgesamt (56 Prozent). Dafür spielt Facebook eine deutlich geringere Rolle (24 Prozent versus 47 Prozent).

58 Prozent der Käufer nutzen Ebay, 51 Prozent Amazon

Onlineshopper haben ein bis zwei Stammshops, in denen sie bevorzugt einkaufen. 58 Prozent der Käufer nutzen Ebay, 51 Prozent Amazon. Damit werden diese Plattformen häufiger für den Einkauf von Kfz-Teilen und Zubehör genutzt als die spezialisierten Anbieter. Primär erwarten die onlineaffinen Käufer von Kfz-Teilen und Zubehör vier Dinge von der ersten Seite eines Onlineshops: 44 Prozent wünschen sich Angaben zu den Zahlungsmöglichkeiten und den Versandkosten, 41 Prozent zu Angeboten und Rabatten, 39 Prozent erhoffen sich ein leicht zu findendes Suchfeld. Eine App bevorzugen nur 2 Prozent. Neben der Relevanz von Inhalten auf der Startseite wurde nach vertrauenswürdigen Siegeln gefragt. Hier zeigt sich ein klares Bild: 62 Prozent halten das TÜV-Siegel für glaubwürdig, 48 Prozent “Trusted Shops” und 37 Prozent redaktionelle Siegel, etwa von der Stiftung Warentest.

Der Kauf in einem Onlineshop ist auch eng verknüpft mit der Zuverlässigkeit des Zustelldienstes. DHL wird hier überraschend stark präferiert. 87 Prozent der onlineaffinen Käufer von Kfz-Teilen und Zubehör bevorzugen DHL, 26 Prozent Hermes, 23 Prozent DPD, 13 Prozent UPS und 9 Prozent GLS.

Onlineshops erfreuen sich über geringe Retourenquote

Erfahrungen mit Retouren haben 26 Prozent der onlineaffinen Käufer von Kfz-Teilen und Zubehör gesammelt. Damit liegt der Anteil unter dem der Onlineshopper insgesamt: 25 Prozent fanden die Retoure problemlos. “Weil problemlose Retouren als ein Hauptvorteil beim Einkauf im stationären Geschäft gesehen werden, sollte die einfache Abwicklung den Nutzern der Onlineshops viel deutlicher und intensiver kommuniziert werden”, sagt Franzen.

Unter Betrachtung aller relevanten 27 Anforderungskriterien und der Berücksichtigung ihrer Wichtigkeit für den Onlinekauf kann der Onlineshop von Reifen.com seine Kunden am meisten überzeugen. Sehr gut werden ferner Kfzteile24 und Autoteile24 bewertet. Unterdurchschnittlich werden Pitstop, Ebay und A.T.U aus der Sicht ihrer Kunden benotet. Im Hinblick auf das Preis-Leistungsverhältnis beurteilen die Kunden von Mister-Auto, von Pkw-Teile und von Kfzteile24 ihre Onlineshops besonders positiv. Deutlich schwächer schneiden die Onlineshops von Vergölst und A.T.U ab. Keine große Relevanz bei den onlineaffinen Käufern von Kfz-Teilen und Zubehör erfährt bislang “Click & Collect”. Nur 13 Prozent der Onlineshopper kennen “Click & Collect” ungestützt und 36 Prozent insgesamt, also dann, wenn man es zuvor erklärt hat. “Gerade bei großen und sperrigen Gütern, wie etwa Reifen oder Anbauteilen, könnte “Click & Collect” die systembedingten Vorteile des Onlinekaufs von Kfz-Teilen mit dem Besuch einer Verkaufsstelle oder Werkstatt verbinden und etwa Wartezeiten vermeiden”, sagt Franzen.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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