Expertentipp zum Reifenkauf: Nicht am falschen Ende sparen

Das eigene Auto stellt für viele Bundesbürger neben der Miete den größten monatlichen Kostenblock dar. Angesichts konstant hoher Kraftstoffpreise und anderer laufender Ausgaben versuchen viele zu sparen, wo es geht – zum Beispiel durch die Nutzung gebrauchter Reifen. Was von den vermeintlichen Schnäppchen unter dem Aspekt der Sicherheit zu halten ist, sagt Philip von Grolman von ReifenDirekt.de.

Foto: djd/Delticom

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Sind gebrauchte Reifen eine gute Entscheidung?

  • Ich würde dringend davon abraten. Denn niemand kann nachvollziehen, unter welchen Bedingungen ein Reifen zuvor genutzt wurde oder ob er vielleicht verdeckte Schäden aufweist. Dem Autofahrer sollte klar sein, dass er sich damit ein latentes Sicherheitsrisiko einkauft. Und der anschließende Schaden kann unter Umständen viel größer sein als die mögliche Ersparnis, wenn es beispielsweise infolge eines Reifenplatzers zu einem Unfall kommen sollte.

Wie sieht es mit den Reifen aus, die man beim Gebrauchtwagenkauf mit erwirbt?

  • Unbedingt sollte man die Profiltiefe der Reifen sowie ihren Zustand einschließlich möglicher Beschädigungen und Risse gründlich überprüfen – und dabei auch den Ersatzreifen nicht vergessen. Für die eigene Sicherheit kann ein baldiger Reifentausch nach dem Gebrauchtwagenkauf durchaus empfehlenswert sein. Ein finanzieller Puffer dafür lässt sich ja womöglich beim Kauf des Fahrzeugs heraushandeln.

Wann sollten Altreifen spätestens ersetzt werden?

  • Die vom Gesetzgeber vorgegebene Grenze liegt bei einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Empfohlen wird allerdings, Sommerreifen bei drei Millimetern, Winterreifen bei vier Millimetern auszutauschen. Das ist ein Investment in die Fahrsicherheit, das dennoch viele Autofahrer versäumen. Mehr als jeder vierte Bundesbürger wechselt die Reifen erst dann, wenn die 1,6-Millimeter-Grenze erreicht ist. Zu diesem Ergebnis kommt unsere aktuelle Studie, der Delticom-Report 2014. Die Bedeutung des Reifens für die Fahrsicherheit wird somit offenbar leider noch nicht von jedem wahrgenommen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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