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Systemrelevante Berufe – niedriges Einkommen?

Die aktuelle Corona-Krise verdeutlicht besonders, welche Berufe in Deutschland systemrelevant sind. Doch wie viel verdienen Beschäftigte mit diesen Jobs? Analysten haben auf Basis von 12.427 Datensätzen die Einkommen in ausgewählten systemrelevanten Berufen untersucht. Das Ergebnis: Chef- (142.600 Euro) und Oberärzte (121.100 Euro) verdienen am meisten. Kassierer (26.800 Euro) und Einzelhandelskauffrauen und -männer in der Lebensmittelbranche (28.100 Euro) beziehen die niedrigsten Einkommen.

Ärzte verdienen unter den ausgewählten systemrelevanten Berufen am meisten. Während Chef- und Oberärzte ein jährliches Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro beziehen, erhalten Fachärzte rund 80.400 Euro. Es folgen Apotheker mit einem Einkommen von 54.200 Euro.

Besonders Kranken- und Heilerziehungspfleger sind in der aktuellen Situation essentiell. Ihr jährliches Gehalt beträgt 38.600 Euro beziehungsweise 35.900 Euro. „Im Hinblick auf die Corona-Pandemie sind wir immens auf das medizinische Personal angewiesen – und noch nie war der Fachkräftenotstand in der Pflegebranche und im Gesundheitswesen deutlicher“, so Philip Bierbach.

Erzieher und Altenpfleger verdienen unterdurchschnittlich

Die Betreuung der Kinder von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen müssen aktuell Erzieher gewährleisten. Diese verdienen ein jährliches Bruttogehalt von 36.300 Euro. Insbesondere ältere Menschen sind auf Unterstützung angewiesen. Trotz Kontaktbeschränkung benötigen viele Senioren die Hilfe von Altenpflegern. Beschäftigte in diesem Beruf verdienen jährlich 32.900 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Jahreseinkommen aller Beschäftigten liegt in Deutschland bei rund 45.000 Euro.

Beschäftigte im Einzelhandel beziehen vergleichsweise wenig

Lebensmittelläden bleiben aktuell geöffnet, um die Versorgung aufrecht zu erhalten. Einzelhandelskauffrauen sowie -männer in der Lebensmittelbranche erhalten 28.100 Euro und Kassierer 26.800 Euro. Sie beziehen das niedrigste Einkommen unter allen ausgewerteten Berufen. „Beschäftigte im Einzelhandel der Lebensmittelbranche gehören zu den Geringverdienern und arbeiten oft nah an der Mindestlohngrenze. Sie sind aktuell einer hohen Belastung und massenhaft Kontakten ausgesetzt, was sie zu den Helden unseres Alltags macht“, so Bierbach weiter.

Weitere systemrelevante Berufe: Online-Redakteur und Berufskraftfahrer

Berufskraftfahrer sind aktuell für den Güter- und Personenverkehr wichtig, um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Sie verdienen jährlich rund 29.600 Euro. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen hat zudem den Beruf „Journalist“ als weiteren systemrelevanten Beruf hinzugezogen. Laut der Auswertung beziehen Online-Redakteure jährlich ein Gehalt von rund 40.400 Euro.

„Die Notwendigkeit der systemrelevanten Berufe muss sich in Zukunft stärker im Gehalt, in den Arbeitsbedingungen und in Rentenzahlungen widerspiegeln. Auf die Corona-Krise sollte unbedingt eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung für diese Beschäftigten folgen“, so Bierbach abschließend.

Anmerkung: Diese Mitteilung soll keine Vollständigkeit systemrelevanter Berufe abbilden. Zum Beispiel müssen auch Angestellte in der Polizei, in Behörden, im öffentlichen Nahverkehr, in der Energieversorgung, der Entsorgung oder Justiz weiterhin den Dienst antreten. Diese werden teils nach Tarifen bezahlt. In den Besoldungstabellen lassen sich die Gehälter nachschlagen.

Quelle: Gehalt.de GmbH

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Mittelstand-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.
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