Egal, ob bei einem Global Player, Start-up oder einem mittelständischen Unternehmen – in vielen modernen Firmen gibt es einen Dresscode, der von den Angestellten mehr oder weniger streng einzuhalten ist. Dabei muss es nicht immer gleich der Anzug sein, heutige Start-ups haben zum Glück oft relativ lockere Kleidungsvorschriften, besonders im IT-Bereich – jedoch hat auch diese gelebte Lockerheit meist ihre Grenzen. Zwar sind T-Shirt und Kapuzenpulli in den meisten Start-ups vollkommen normal, doch auch dort sind Jogginghosen, übertriebene Freizügigkeit, Ungepflegtheit oder Sportkleidung verpönt. Meist endet diese Lockerheit auch, wenn beispielsweise Kundenbesuch ansteht oder festliche Events bevorstehen. Zu solchen Gelegenheiten die richtige Balance zu finden, ist für manche Angestellte bisweilen schwierig, schließlich gibt es keine klaren Richtlinien, an denen sie sich orientieren können: Wer mit Anzug und Schlips erscheint, gilt meist als overdressed – wer hingegen zu lässig durch die Bürotür schreitet, kann den Zorn des Chefs auf sich ziehen.

Schwieriger Balanceakt

“Der Beratungsbedarf wächst”, sagt Christiana Dierks, eine Hamburger Stilexpertin. Sie berät seit 15 Jahren Arbeitnehmer bei der Kleidungswahl, den modernen Dresscode sieht sie mit gemischten Gefühlen. Zwar begrüßt sie, dass strenge Kleidungsvorschriften immer weiter gelockert würden, doch sehe sie auch eine Gefahr in der neuen Lockerheit. Denn die neue Freiheit eröffne auch gleichzeitig neue Möglichkeiten, sich zu blamieren. Daher sehnen sich so manche Beschäftigte zurück nach den alten Vorschriften.
Dierks rät ihren Klienten meist dazu, die Extreme zu meiden. Stattdessen empfiehlt sie, sich an Modestilen wie “Business Casual” oder “Basic Business” zu orientieren. Dabei handelt es sich um modische Mischformen zweier Welten, gleichzeitig lässig und modisch. Frauen können im Rahmen dessen beispielsweise auf den Blazer verzichten und stattdessen zu einer modischen Strickjacke greifen, zum Beispiel von den hier angebotenen. Männer sollten hingegen auf Anzughose und Krawatte verzichten und stattdessen karierte Hemden und Jeans tragen. Dieser Stil wirkt weniger altbacken, strahlt allerdings gleichzeitig eine Seriosität aus, die in einem professionellen Umfeld angebracht ist.

Für Mode am Arbeitsplatz

Auch die Modedesignerin Katharina Starlay setzt sich für einen modernen Dresscode in Unternehmen ein. Ein gepflegtes und seriöses Äußeres sieht sie als Türöffner im Kundenkontakt. Gute Kleidung verschaffe Aufmerksamkeit und werte die eigenen Aussagen auf – besonders im professionellen Umfeld sei dies zwingend notwendig.

Bildrechte: Flickr The Business Casual Look Harsha K R CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de in der Redaktion erreichbar.
Veröffentlicht am: