Für Universitätsstudenten und Fachhochschüler steht nach dem Studienabschluss die wahrscheinlich wichtigste Entscheidung ihrer Karriere im Raum: Wie gestalte ich meinen Einstieg ins Arbeitsleben? In der Tat gibt es verschiedene Möglichkeiten, als Absolvent die eigene berufliche Bestimmung zu finden und den Start in ein eigenständiges Leben zu beginnen. Die Anforderungen des digitalisierten Arbeitsmarktes sind dabei nicht zu unterschätzen: Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Fachwissen sind gerade für junge Arbeitskräfte Grundvoraussetzungen. Das macht die Entscheidung für den passenden Einstieg besonders wichtig. Der Trainee-Job ist dabei eine durchaus attraktive Variante.

Verschiedene Optionen für Absolventen

Einstiegsjobs für Hochschulabsolventen werden immer wichtiger. Diesen Schluss bestätigt auch die Statistik: Von 2007 bis 2015 ist die Zahl der Studenten in Deutschland kontinuierlich angestiegen, von knapp unter 2,0 auf rund 2,8 Mio. Studierende. Doch wie orientiert man sich beruflich, wenn einem mit dem hohen Bildungsabschluss vermeintlich alle Türen der Berufswelt offenstehen? Neben Optionen wie dem Direkteinstieg in einer bestimmten Position oder als Assistent in einer spezifischen Abteilung gibt es auch die Möglichkeit, als Trainee in die Karriere zu starten. Der Direkteinstieg ermöglicht den unmittelbaren, gezielten Einblick in einen speziellen Fachbereich, ist jedoch oft mit geringer Einarbeitung und hoher Eigeninitiative verbunden. Die Assistenz, zum Beispiel bei der Geschäftsführung einer Firma, kann detaillierte Eindrücke von den Mechanismen eines Unternehmens sowie die Basis für ein großes Karriere-Netzwerk bieten – andererseits muss man hier seine eigenen Entwicklungschancen geschickt nutzen und vermeiden, bloß als “bessere” Bürokraft behandelt zu werden. Der Traineejob als dritte gängige Variante hat hier den einen oder anderen Vorteil gegenüber den anderen Optionen.

Trainee-Ausbildung: Forderung und Förderung

Der Arbeitsalltag eines Trainees bietet einige Vor- und Nachteile, die man beachten sollte. Ein Trainee-Programm dauert in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten. In dieser Zeit ist man fest an ein Unternehmen gebunden. Daher sollte man eine Firma wählen, die man auch als vielversprechenden Arbeitgeber sieht, der passende Perspektiven für die eigene Zukunft bietet. Im Gegenzug ist den meisten Firmen daran gelegen, Trainees später zu übernehmen, denn die Investition in Ausbildung soll sich selbstverständlich lohnen. Das Traineeprogramm hat meist einen festgelegten Ausbildungsrahmen, der unter Anleitung eine große Lernkurve bei relativ moderater Verantwortung ermöglicht. Andererseits gibt es hierfür auch keine rechtlich bindenden Vorgaben, was die Gestaltung sehr vom Unternehmen abhängig macht. Dazu hat man als Trainee die Möglichkeit (oder auch die Pflicht), verschiedene Bereiche des Unternehmens über Wochen oder gar Monate hinweg intensiv kennenzulernen – das festigt das eigene Know-how als “Allround”-Kraft sowie das Verständnis für die eigenen Stärken und Schwächen in verschiedenen Arbeitsbereichen. Das Trainee-Gehalt ist zunächst oft geringer als bei Direkteinsteigern. Allerdings bietet es im Gegenzug eine gute Möglichkeit zur grundständigen Entwicklung und Orientierung in der jeweiligen Branche. Wenn man also seine persönlichen Ziele im Auge behält, Entwicklungschancen nutzt und seine eigenen Stärken clever einbringt, kann sich der Einstieg als Trainee durchaus lohnen.


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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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