In der VIER PFOTEN Großkatzenstation TIERART steht Tigerdame Cara ein komplizierter und seltener Eingriff bevor. Bei einer Routineuntersuchung im Juni wurde festgestellt, dass der obere Fangzahn von Cara zwei tiefe Rillen aufweist und brechen könnte. Um das Gebiss der Tigerin zu retten und die Raubkatze vor Schmerzen zu bewahren, wurde nun ein internationales Spezialisten-Team aus Zahnmedizinern einberufen, um für die Tigerin eine Krone anzufertigen. Der wichtige Zahnarzttermin ist für kommenden Montag, den 26. August, geplant.

 

Germany, Maßweiler | 2016 06 | Tigress Cara at TIERART.

Tigerin Cara ist ein Opfer des illegalen Raubtierhandels

„Cara beißt mit Vorliebe an allem herum. Sie nagt nicht nur gerne an Knochen, sondern leider auch an ihrer Gehegeeinrichtung und Drahtgittern. Vermutlich hat sie sich dabei ihren rechten oberen Fangzahn beschädigt“, erklärt Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin bei TIERART. „Wir haben bereits auf einem Röntgenbild gesehen, dass die Rillen im Zahn bis in den Wurzelkanal reichen. Würde der Zahn brechen, würde das für die Tigerin große Schmerzen bedeuten. Zum Glück hat sich ein internationales Team von Spezialisten auf dem Gebiet der Zahnmedizin gefunden, das für Cara eine Krone anfertigen wird. Mit dabei wird der dänische Tierzahnmediziner Jens Ruhnau sein, Dr. Johanna Painer von der veterinärmedizinischen Universität in Wien sowie der Tierarzt Dr. Matthias Seewald vom Alpenzoo Innsbruck.“

Eine Krone für einen ausgewachsenen Tiger anzufertigen ist keine Routine. Der seltene Eingriff ist kompliziert, trotzdem ist Eva Lindenschmidt zuversichtlich: „Wir hoffen sehr, dass alles klappt und Cara hinterher wieder alle mit ihrem Goldzahn-Lächeln begeistern kann.“

Cara wurde illegal von Privatleuten in einem Bauernhaus im italienischen Mugnano gehalten

Schließlich wurde sie im Dezember 2013 von Behörden konfisziert. Nach einigen Zwischenstationen wurde Cara am 1. August 2015 schließlich nach TIERART transferiert, wo sie zum ersten Mal Artgenossen sah, hörte und erschnuppern konnte.

VIER PFOTEN setzt sich weltweit für Großkatzen ein

Tiger, Löwen oder Leoparden gehören nicht in Zirkusse oder Privathände. Raubkatzen als Haustiere zu halten ist nicht nur Tierquälerei, sondern kann auch für die Halter gefährlich werden. VIER PFOTEN fordert daher gesetzliche Verbesserungen für Großkatzen in menschlicher Obhut. Die internationale Tierschutzstiftung bietet in Schutzzentren wie TIERART, FELIDA oder LIONSROCK konkrete Maßnahmen, um Tieren aus schlechten Haltungsbedingungen zu helfen. Großkatzen, die über einen längeren Zeitraum in Gefangenschaft gelebt haben, können nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden. In den VIER PFOTEN Schutzzentren können sie ihre natürlichen Instinkte und Verhaltensweisen wiederentdecken und ausleben. Weitere Informationen zum Großkatzenschutzzentrum TIERART finden Sie hier: www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/tierschutzzentren/grosskatzenstation-tierart

Mehr über das skrupellose Geschäft mit Tigern erfahren Sie hier: tigerhandel.vier-pfoten.de/eu-tigerhandel

 

Quelle: VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

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