Gesundheit

Coffein gegen erblich bedingten Haarausfall – Wirkt das?

Erblich bedingter Haarausfall ist auch unter dem Namen androgenetische Alopezie bekannt und betrifft 80 % der Männer, die unter Haarausfall leiden. Da es sich um eine genetische Voranlagung handelt, ist es nicht möglich, die eigentliche Ursache für den Verlust loszuwerden. Allerdings kann der Haarausfall bei frühzeitiger Erkennung wirksam behandelt werden, sodass trotz erblicher Veranlagung die Haare bis ins hohe Alter behalten werden können.

Studien legen nahe, dass Coffein effektiv bei erblich bedingtem Haarverlust wirkt und im Vergleich zu anderen Wirkstoffen keine Nebenwirkungen hervorruft. Doch hilft Coffein wirklich? Und wie wird der erblich bedingte Haarausfall überhaupt verursacht?

Ursachen für androgenetische Alopezie

Erblich bedingter Haarausfall beim Mann und bei der Frau kann sowohl vom Vater als auch von der Mutter vererbt werden. Die Ursache für den Haarverlust ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel in der Kopfhaut auf Dihydrotestosteron (DHT). Experten vermuten, dass die Haarfollikel an bestimmten Stellen besonders empfindlich auf DHT reagieren. Deshalb sind Geheimratsecken, eine zurückweichende Haarlinie im Stirnbereich oder eine Glatze am Oberkopf typische Anzeichen für erblich bedingten Haarausfall beim Mann.

DHT ist ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron, das bei Mann und Frau in unterschiedlicher Konzentration vorkommt und verschiedene Aufgaben hat. Beim Mann sorgt es für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane, sowie der verstärkten Körperbehaarung. Doch es steuert auch Sexualität und Fruchtbarkeit und hängt mit dem Aufbau von Muskelmasse und der Zunahme von Muskelkraft zusammen.

Haarwachstum in drei Phasen

Bei androgenetischer Alopezie wird durch den Einfluss von DHT auf die Haarfollikel die Haarwachstumsphase verkürzt und im Laufe der Zeit verkümmern die Haarwurzeln, sodass keine neuen Haare mehr ausgebildet werden können. Das Haarwachstum verläuft zyklisch in drei Phasen:

  1. Aktive Wachstumsphase
    Über einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren wächst ein Haar rund 0,3 bis 0,5 mm am Tag.
  2. Übergangsphase
    Innerhalb von zwei bis drei Wochen geht das Haar in die Übergangsphase ein, in der die Versorgung des Haars mit Nährstoffen eingestellt wird.
  3. Ruhephase
    In der Ruhephase fällt das Haar im Laufe von einigen Monaten aus, das Haarfollikel regeneriert sich und geht dann erneut in die Wachstumsphase ein.

Durchschnittlich 14 Mal wächst so ein Haar nach, bevor die Haarwurzel natürlich abstirbt. Wird die Haarwachstumsphase bei erblich bedingtem Haarausfall verkürzt, so verringert sich auch die Gesamtlebensdauer der Haarwurzeln und schon im Alter von 20 bis 30 Jahren werden erste Auswirkungen sichtbar.

Coffein gegen Haarausfall

80 % aller Haarausfall Ursachen sind auf erblich bedingten Haarausfall zurückzuführen. Betroffene leiden psychisch meist sehr unter den Folgen, auch wenn gerade Männer dies häufig nicht zugeben wollen. Forscher suchen nach effektiven Möglichkeiten, um den unerwünschten Haarverlust zu stoppen.

Coffein gilt dabei als eine sanfte und wirkungsvolle Behandlungsmethode, um androgenetische Alopezie einzudämmen. Coffein fördert die Vermehrung von Keratinozyten, die als hornbildende Zellen in der Haarmatrix dafür sorgen, dass ältere Zellen nach außen geschoben werden und das Haar sich verlängert. Außerdem hemmt der Wirkstoff Coffein die negative Wirkung von DHT auf die Haarfollikel und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Das ist wichtig, damit die Haarfollikel ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt werden.

Coffein steigert also nicht nur das Haarwachstum und verbessert die Vitalität der Haarwurzeln, sondern verlängert auch die Wachstumsphase. Coffein kann den Fortschritt des Haarausfalls entgegenwirken und somit unterstützen, die noch vorhandenen Haare länger zu erhalten.

Wie wird Coffein als Wirkstoff angewendet?

Um erblich bedingten Haarausfall mit Coffein zu stoppen, eigenen sich vor allem Coffeinhaltige-Shampoos oder spezielle Tinkturen. Im Allgemeinen gilt, dass die Alopezie langfristig und regelmäßig behandelt werden muss. Wird der Wirkstoff nicht mehr angewendet, kehrt der Haarverlust zurück. Wer sich für ein Shampoo entscheidet, sollte dieses sanft einmassieren und mindestens zwei Minuten einwirken lassen, damit das Coffein bis in die Haarwurzeln vordringen kann. Bis zu 24 Stunden verbleibt Coffein in der Kopfhaut, bevor es vom Körper abgebaut wird.

Menschen mit androgenetischer Alopezie neigen häufig zu trockener Kopfhaut. Bei der Haarpflege sollte darauf geachtet werden, dass Haare und Kopfhaut keiner extremen Hitze (z. B. Föhnluft oder heißes Wasser) ausgesetzt sind.

Alternativen zu Coffein

Die bekanntesten Alternativen zu Coffein bei erblich bedingtem Haarausfall sind Finasterid und Mittel mit dem Inhaltsstoff Minoxidil. Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das in höherer Dosierung bei Männern gegen eine gutartige Prostatavergrößerung eingesetzt wird. Untersuchungen zeigen jedoch, dass beim Einsatz gegen die Alopezie zahlreiche Nebenwirkungen, wie beispielsweise Libidoverlust, Erektionsstörungen oder auch Depressionen auftreten können.

Minoxidil wird äußerlich als Schaum angewendet und ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Der Wirkstoff wird normalerweise oral als Blutdrucksenker eingesetzt. Bei topischer Anwendung kann der Schaum die Kopfhaut reizen und Entzündungen hervorrufen.

Erblich bedingter Haarausfall muss dauerhaft behandelt werden, um den Haarverlust zu stoppen. Wenn Coffein frühzeitig eingesetzt wird, ist es deshalb eine wirksame und effektive Alternative zu anderen Mitteln und das ganz ohne Nebenwirkungen.

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