Berlin – In Deutschland leben derzeit 44,48 Millionen Arbeitnehmer. Viele von ihnen zahlen jedes Jahr mehr Steuern, als sie eigentlich müssten. Diese zu viel gezahlten Gelder können mit einer Steuererklärung wieder zurückgeholt werden. Aber nicht jeder macht von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Nach Schätzungen des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) geben rund 25% der Arbeitnehmer keine Steuererklärung ab. Das sind rund 11,1 Millionen Menschen, von denen etwa 90 Prozent mit einer Steuererstattung rechnen dürften. Durchschnittlich 935 Euro erhalten Bürger pro Kalenderjahr vom Fiskus zurück. Damit werden rund 9,34 Milliarden Euro pro Jahr zu viel an Lohnsteuer gezahlt bzw. nicht zurückgefordert.

Obwohl es um die eigenen Finanzen geht, befassen sich offensichtlich viele Menschen nicht mit dem Thema Steuererklärung – und überlassen dem Staat somit jedes Jahr Beträge in Milliardenhöhe. Um die Ursachen hierfür zu verstehen, hat steuerklaerung.de eine Umfrage unter 1.688 steuerpflichtigen Arbeitnehmern durchgeführt. Befragt wurden dabei ausschließlich Personen, die entweder noch nie oder für die vergangenen drei Jahre keine Steuererklärung abgegeben haben. Dabei stand die Frage im Fokus:

Steuerzahler verschenken fast 10 Milliarden Euro pro Jahr

Quelle: wundertax GmbH

„Warum geben Sie keine Steuererklärung ab?“

Fast die Hälfte der befragten Personen gibt hierbei an, dass eine Steuererklärung zu kompliziert sei (siehe Grafik). Hinzu kommt bei knapp 45% die Annahme, dass sich die Abgabe einer Steuererklärung nicht lohne. Ein teurer Irrtum, denn neun von zehn Arbeitnehmer dürfen jedes Jahr mit einer Steuererstattung rechnen. Bei über 350.000 Berechnungen auf steuererklaerung.de in den zurückliegenden zwölf Monaten durften mehr als 65% eine Rückerstattung von mindestens 400 Euro erwarten. 15% konnten sich gar über eine Erstattung von mehr als 2.250 Euro freuen.

Die Ansicht, dass eine Steuererklärung zu kompliziert sei, ist insbesondere bei Berufseinsteigern (Berufsstart innerhalb der vergangenen vier Jahre) weit verbreitet. Jeder Dritte (34,6%) gab an, deshalb bisher noch keine Einkommensteuererklärung abgegeben zu haben. Bei berufserfahrenen Personen über 50 Jahren gibt dagegen nur jeder Zehnte (10,9%) an, aufgrund von Verständnisschwierigkeiten keine Steuererklärung abzugeben.

“Ich kann verstehen, dass v.a. junge Menschen beim Thema Steuererklärung zunächst erstmal nicht durchblicken. Auch ich war mit der Flut an unverständlichen Formularen und Anlagen überfordert, als ich das erste Mal nach dem Studium eine Steuererklärung abgeben wollte, um meine Ausbildungskosten geltend zu machen. Da mir ein Steuerberater zu teuer war und die gängigen Steuerprogramme kaum bis gar nicht auf meine Situation eingingen, habe ich mich dann selbst hingesetzt und unzählige Paragrafen gewälzt. Am Ende hatte ich dann eine abgabefertige Steuererklärung und die Erkenntnis: das muss auch einfacher gehen!”, sagt David Czaniezki, Gründer und Geschäftsführer der Berliner wundertax GmbH, Betreiber von steuererklaerung.de.

“So entstand zunächst die Idee, ein Steuer-Tool speziell für Studenten zu entwickeln. Weil auch viele andere Personen- und Berufsgruppen Schwierigkeiten haben, selbst ihre Steuererklärung zu erstellen, haben wir nach und nach weitere spezialisierte Tools entwickelt, z.B. für Azubis, Soldaten, Polizisten oder Lehrer. Mit unserer zentralen Plattform steuererklärung.de bieten wir außerdem allen Arbeitnehmern die Möglichkeit, ihre Steuererklärung unkompliziert und schnell zu erstellen.“

Im Durchschnitt benötigen die Nutzer von steuererklaerung.de lediglich 54 Minuten bis zur Abgabe einer fertigen Steuererklärung. Die Rekordzeit in 2017 lag sogar bei nur 11 Minuten. Alles, was die Steuerzahler für die Nutzung des Service benötigen, ist ein Zugang zum Internet sowie ein entsprechendes Endgerät. Ob PC, Laptop, Tablet oder Smartphone spielt dabei keine Rolle.

Quelle: wundertax GmbH

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
Mail: redaktion@mittelstand-nachrichten.de

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