Warum ist es eigentlich sinnvoll, Strom und Gas jährlich zu wechseln? Worauf ist besonders zu achten, wenn Anbieter mit hohen Boni locken? Welche Klauseln und Fallstricke verstecken sich in Verträgen? Und gibt es einen besonders günstigen Zeitpunkt, um Verträge zu schließen oder zu kündigen? Der Tarifnavigator Wechselpilot liefert Antworten.
Wechselpilot hat den Durchblick auf dem komplexen Energiemarkt. Der jährliche Wechsel von Strom- und Gasverträgen gehört zum Geschäftsmodell des Hamburger Startups. Aber wie sieht das Wechselprozedere eigentlich genau aus? Wie ergibt sich eine Ersparnis? Wie reagieren, wenn Versorger sich querstellen? Und sind Strom und Gas bei einem Wechsel immer sichergestellt? Wechselpilot kennt den Wechselprozess bis ins letzte Detail und verrät Tricks und Tipps aus dem Strom- und Gasalltag:

Warum überhaupt wechseln?

• Wer nicht wechselt, der landet automatisch bei einem ortsabhängigen Grundversorger, der in der Regel zwischen 20-40% teurer ist als alternative Anbieter. 70% aller Verbraucher wechseln trotzdem nicht proaktiv und lassen das Potential aufgrund der damit verbundenen Mühsal ungenutzt.

Warum jährlich wechseln und gleichzeitig sparen?

• Für eine Kostenersparnis würden sich die meisten Verbraucher kaum durch seitenlange Verträge und mühsame Kündigungsfristen wälzen. Hinzu kommt, dass Strom und Gas identische Produkte sind, die sich primär durch den Preis unterscheiden. Entscheidende Argumente, die dazu führen, dass Anbieter online über hohe Wechselboni neue Kunden gewinnen wollen. Diese können schon mal bis zu 500 Euro betragen – Summen, die einen Wechsel attraktiv machen!
• Die Crux: Da die Boni nur im ersten Jahr ausgezahlt werden, sind die Tarife ab dem zweiten Jahr wieder sehr teuer. Ein Umstand, der den meisten Kunden kaum auffällt, da die monatlichen Abschlagszahlungen zwischen dem ersten und zweiten Jahr konstant bleiben, da die Bonuszahlungen separat ausgezahlt werden.
• Die Lösung: Jährlich den Anbieter wechseln und von den Wechselboni profitieren! Tarife werden grundsätzlich im zweiten Jahr teurer, ein Wechsel lohnt sich also immer!

Der Vertrag ist da: Worauf achten?

• Unbedingt die Laufzeit prüfen! Diese sollte ein Jahr nicht überschreiten!
• Tarife mit Vorauskasse unbedingt ausschließen! Denn wenn der Versorger insolvent geht, besteht das Risiko, trotz Zahlung, keinen Strom zu erhalten.
• Zwingend die AGBs kontrollieren: Dort können versteckte Kosten aufgelistet oder bestimmte Konditionen zur Auszahlung der Boni vermerkt sein.
• Folgende Angaben checken, um Kündigungsfristen nicht zu verpassen: Name des Vertragspartners, Zählernummer und Adresse.

Die Kündigung steht an: Wie verhalten?

• Immer rechtzeitig eine schriftliche Kündigung verschicken! Die üblichen Kündigungsfristen betragen zwischen 2 Wochen und 3 Monaten. Damit ist sichergestellt, dass der alte Vertrag auch wirklich nach 365 Tagen endet und nicht um ein weiteres Jahr verlängert wird!
• Bei Preiserhöhungen steht den Kunden immer ein Sonderkündigungsrecht zu. Dieses sollte für den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter genutzt werden.

Sommer, Frühling, Herbst oder Winter? Wann wechseln?

• Achtung: Anders als früher, wo Preisanpassungen noch zum Ende des Jahres erfolgten, finden diese in der Regel mittlerweile in der ersten Jahreshälfte statt. Schließlich geht es auf das Frühjahr und den Sommer zu, die Kunden schenken dem Thema Strom & Gas weniger Aufmerksamkeit – das weckt die Hoffnung der Anbieter, dass Fristen verschlafen werden.
• Im Sommer verbrauchen Nutzer generell weniger Strom & Gas – die Wechselbereitschaft sinkt.

Ist der Strom trotz Wechsel immer sichergestellt? Wie ist es bei einem Umzug?

• Kein Anlass zur Sorge – bei einem Wechsel kann der Kunde nie ohne Strom dastehen. Grund: Bei einem fehlenden Vertrag übernimmt der lokale Grundversorger die temporäre Belieferung.
• Bei einem Wechsel muss kein Techniker ins Haus. Der Zähler verbleibt im Regelfall im Haus. Achtung: Turnusmäßig können Zähler alle zehn Jahre ausgetauscht werden.
• Auch bei Umzügen greift das Sonderkündigungsrecht. Achtung: Hier kann es schon mal passieren, dass Boni nicht ausgezahlt werden. Deswegen: Wenn ein Umzug ansteht, keinen Tarif wählen, der nur aufgrund der Boni preisgünstig erscheint.

Quelle: Wechselpilot

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Annalena Rüsche
Annalena Rüsche
Annalena Rüsche befindet sich aktuell in der Vorbereitung zum Studium. Sie absolviert in unserer Redaktion ihr Jahrespraktikum. Im Anschluss will Sie "Medienmanagement" studieren. In unserer Redaktion ist sie aktuell für den Newsdesk zuständig und hält Ausblick nach aktuellen und für unsere Leser wertvollen Informationen. Sie ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de direkt erreichbar.
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