Finanzen

Schufa-Report 2025: Negativeinträge steigen auf 8,1 Prozent – Duisburg und Gelsenkirchen am stärksten betroffen

Immer mehr Menschen in Deutschland geraten in Zahlungsschwierigkeiten. Ende 2025 hatte die Schufa zu 8,1 Prozent der Erwachsenen mindestens einen Negativeintrag gespeichert, ein Jahr zuvor waren es 7,9 Prozent. Das geht aus dem neuen Risiko- und Kreditkompass der Auskunftei hervor, über den das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet. Rund 88.000 Menschen beantragten demnach 2025 Privatinsolvenz, so viele wie seit 2021 nicht mehr.

Schufa-Report 2025 zeigt soziale Schieflage im Ruhrgebiet

„Von einer Pleitewelle der Deutschen kann keine Rede sein“, sagte Schufa-Chefin Tanja Birkholz dem Nachrichtenmagazin. Bei einem wachsenden Teil der Bevölkerung verfestigten sich die Belastungen zunehmend.

Am stärksten betroffen sei das Ruhrgebiet, wie Schufa-Daten für alle 400 Kreise und kreisfreien Städte zeigen, über die der „Focus“ ebenfalls berichtet. In Duisburg habe fast jeder fünfte Erwachsene einen Negativeintrag (19,9 Prozent), so viele wie nirgendwo sonst, gefolgt von Gelsenkirchen (19,4 Prozent). Am niedrigsten sei der Anteil im oberbayerischen Landkreis Eichstätt (3,6 Prozent).

ARKM.marketing
     


Das gesamte Wachstum am Markt für Ratenkredite trügen inzwischen Kleinkredite unter 1.000 Euro, zu denen auch „Buy now, pay later“-Angebote zählen. 2025 seien 7,5 Millionen solcher Verträge geschlossen worden, elf Prozent mehr als im Vorjahr, heißt es in dem Risiko- und Kreditkompass der Schufa. 74.000 Menschen zahlten mehr als zehn Ratenkredite gleichzeitig ab, 28-mal so viele wie vor fünf Jahren. Birkholz nannte Kleinkredite „zunächst einmal praktische Finanzierungsmöglichkeiten“. Problematisch werde es, wenn Verbraucher den Überblick verlören oder mehr Verbindlichkeiten eingingen, als sie langfristig tragen könnten, so die Schufa-Chefin weiter.

Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale Bundesverband warf den Anbietern, allen voran Klarna und PayPal, vor, bislang „nicht genau genug hingeschaut“ zu haben, ob sich ihre Kunden die Finanzierungen leisten können.

Ab dem 20. November müssen Anbieter auch bei Kleinkrediten die Kreditwürdigkeit prüfen und Kunden mit Zahlungsproblemen an eine Schuldenberatung verweisen. Die Beratungsstellen seien aber schon heute am Limit, warnte Ines Moers von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. Nur etwa jeder zehnte Überschuldete erhalte eine Beratung, Wartezeiten von mehreren Monaten seien keine Ausnahme.

Foto: Geldautomat (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

Zeige mehr
     


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@sor.de (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Schließen

Werbeblocker erkannt!

Werbeblocker erscheinen auf den ersten Blick praktisch, weil sie störende Anzeigen ausblenden. Doch viele Internetseiten finanzieren sich ausschließlich durch Werbung – das ist oft die einzige Möglichkeit, die Kosten für Redaktion, Technik und Personal zu decken. Wenn Nutzer einen Werbeblocker aktivieren, entziehen sie der Seite diese wichtige Einnahmequelle. Die Folge: Verlage und Webseitenbetreiber verlieren  Einnahmen, die oft sogar die Gehälter ganzer Teams oder Redaktionen gefährden. Ohne Werbeeinnahmen fehlen die Mittel, um hochwertige Inhalte kostenlos anzubieten. Das betrifft nicht nur große Medienhäuser, sondern auch kleine Blogs, Nischenportale und lokale Nachrichtenseiten, für die der Ausfall durch Werbeblocker existenzbedrohend sein kann. Wer regelmäßig eine werbefinanzierte Seite nutzt, sollte sich bewusst machen, dass der Betrieb und die Pflege dieser Angebote Geld kosten – genau wie bei einer Zeitung oder Zeitschrift, für die man selbstverständlich bezahlt. Werbeblocker sind daher unfair, weil sie die Gegenfinanzierung der Verlagskosten und Personalgehälter untergraben, während die Inhalte weiterhin kostenlos genutzt werden. Wer den Fortbestand unabhängiger, kostenloser Online-Inhalte sichern möchte, sollte deshalb auf den Einsatz von Werbeblockern verzichten oder zumindest Ausnahmen für seine Lieblingsseiten machen. Wenn Sie unsere Seite weiterhin lesen möchten, dann seien Sie fair! Danke.