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Mittelstand versäumt Chancen bei DAX-Abspaltungen

Berater: Mittelstand geht bei interessanten Konzernabspaltungen häufig leer aus

München – Konzerne spalten regelmäßig aus strategischen Gründen Firmenteile ab, mit deren Erwerb sich mittelständische Unternehmen in interessante Marktsegmente und Auslandsmärkte einkaufen könnten. Dennoch geht der Mittelstand meist leer aus, weil er die Angebote gar nicht zur Kenntnis bekommt oder unerfahren in den Verhandlungen mit der Konzernwelt ist. „Konzerne verkaufen in der Regel gerne an gestandene Mittelständler, die den Markt und das Geschäft gut kennen und langfristige unternehmerische Ziele verfolgen. Umso bedauerlicher ist es, dass der Mittelstand recht selten zum Zuge kommt”, erklärt der Carve-out-Berater Frank Goerlitz, Geschäftsführer der Beratungsfirma Govisors (www.govisors.com). „Carve-out” bezeichnet eine Desinvestition, bei der ein Konzern Anteile an einer Tochtergesellschaft veräußert.

Konzerntöchter arbeiten professionell

Die „Töchter der Großen” sind beliebt, sagt Berater Frank Goerlitz, weil der Käufer auf einen Schlag einen Kundenstamm, professionelle Geschäftsprozesse und bewährte Strukturen aus einem Weltkonzern erhält. Hinzu kommt ein hohes Maß an Know-how etwa bei Technik, Logistik oder Marktverhalten in einem lukrativen Auslandsmarkt. Daher herrscht laut Goerlitz ein reger Bieterwettbewerb, sobald die M&A-Abteilung eines Konzerns einen Carve-out anbietet. Genau diese Abteilungen sprechen indes eher andere Konzerne oder Finanzinvestoren an, schlichtweg, weil ihnen häufig der Bezug zum Mittelstand fehlt. Daher sollten sich mittelständische Unternehmen auf Expansionskurs fortlaufend über anstehende Verkäufe beraten lassen. Nur so sei eine frühzeitige Teilnahme am Verkaufsprozess möglich, rät Frank Goerlitz. Ebenso empfiehlt er einen Experten als Vermittler zwischen mittelständischer Geschäftsführung und Konzern-Entscheidern hinzuzuziehen.

Konzern- und Mittelstandsdenken verschweißen

„Zwischen dem Denken und der Sprache im Mittelstand und in der Konzernwelt ist ein sehr breiter Graben, bei dem dieselben Worte nicht immer dieselbe Bedeutung haben. Was dem einen als selbstverständlich erscheint, ist für den anderen unbekanntes Terrain”, berichtet Goerlitz aus seiner Beraterpraxis. Auch der an den Kauf anschließende Eingliederungsprozess will mit „Fingerspitzengefühl” durchgeführt werden, um „Konzern- und Mittelstandsdenken zusammenzuschweißen”, sagt der Berater. „Richtig organisiert können aus der Verbindung ideale Geschäftsstrukturen entstehen, die eine Konzernabspaltung in eine nachhaltige Zukunft führen und dem Mittelständler eine starke und langfristig wettbewerbsfähige Marktposition verschaffen, die er aus eigener Kraft kaum erreicht hätte”, erklärt Goerlitz.

Frank Goerlitz und sein govisors-Team operieren als Carve-out-Berater weltweit, um bei Abspaltungen aus dem Kerngeschäft und Verkäufen von Teilbereichen zu unterstützen. Konzerne arbeiten bereits seit Jahren nach dieser Methode – analysieren, konsolidieren, und unpassende Geschäftsbereiche abspalten. Mit einem Carve-out geschieht das an einen strategischen- oder einen Finanzinvestor, in dessen Portfolio der Unternehmensbestandteil erfolgreicher sein kann.

Quelle: govisors GmbH

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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