Anleihen, Aktien und andere Wertpapiere werden nicht nur an der Börse gehandelt. Anleger und Trader handeln oft auch direkt miteinander und wickeln die Transaktionen nicht über die Börse ab. Neben Unternehmen oder Banken dürfen auch Privatanleger außerbörslichen Handel betreiben.

Außerbörslicher Handel

Außerbörslicher Handel, Direkthandel, Telefonhandel, OTC – all diese Begriffe bezeichnen den Handel, der nicht an der Börse stattfindet. Stattdessen treten Marktteilnehmer und Banken direkt miteinander in Kontakt, um Wertpapiere zu handeln. Bei Privatpersonen vermittelt ein Online-Broker zwischen dem Anleger und der Bank. Wer eine Aktie kaufen möchte, wendet sich mit einer Preisanfrage an den eigenen Broker, der diese wiederum an seinen Handelspartner (üblicherweise eine Bank) weiterleitet. Im nächsten Schritt nennt die Bank dem Broker den Kauf- und Verkaufspreis, zu dem sie die Aktie oder andere Wertpapiere handeln würde. Nun hat der Anleger eine kurze Bedenkzeit, bevor er sich entscheiden muss. Der Preis kann sich nämlich innerhalb weniger Sekunden ändern. Doch worin bestehen die Vor- und Nachteile des außerbörslichen Handels?

Vorteile

Im Börsenhandel fallen für Trader Gebühren an. Dazu gehören das Transaktionsentgelt für den Börsenplatz und das Handelsentgelt, das zur Vergütung der Handelsspezialisten verwendet wird. Diese Kosten entstehen, weil die Börse die Infrastruktur für den Handel stellt. Beim Direkthandel fallen diese Kosten nicht an, da es keine Börse gibt, sodass Anleger nur die Depotkosten leisten müssen. Damit sind die Festpreise im außerbörslichen Handel generell deutlich geringer; der Online-Broker Flatex bietet darüber hinaus einen besonders niedrigen Festpreis. Des Weiteren punktet der außerbörsliche Handel mit langen Handelszeiten. Die Zeiten sind abhängig vom jeweiligen Produkt und Handelspartner. Oft kann beim Direkthandel aber zwischen 8 und 22 Uhr gehandelt werden, während an der Börse die Handelszeiten zwischen 8 oder 9 und 20 Uhr liegen.

Nachteile

Neben den genannten Vorteilen bringt der außerbörsliche Handel aber auch Nachteile mit sich. Der größte ist die fehlende Regulierung, da es ohne Börse auch keine Börsenaufsicht gibt. Des Weiteren werden die Marktpreise von den jeweiligen Handelspartnern bestimmt, was eine geringe Markttransparenz mit sich bringt. Die fehlende Preistransparenz können Anleger umgehen, indem sie im Vorhinein die Preise an der Börse mit den außerbörslichen Preisen vergleichen – falls die Möglichkeit dazu besteht. Im Börsenhandel dürfen nur Finanzinstrumente gehandelt werden, die eine Börsenzulassung haben. Produkte ohne diese Zulassung sind möglicherweise risikobehaftet. Im Direkthandel jedoch ist es möglich, dass Produkte ohne Zulassung angeboten werden.

Richtiger Umgang mit Direkthandel

Der außerbörsliche Handel empfiehlt sich prinzipiell eher für erfahrene Trader. Wichtig ist, sich gut auszukennen und bestimmte Richtlinien einzuhalten. Privatanleger, die Wertpapiere über den außerbörslichen Handel ordern möchte, sollten zum Beispiel darauf achten, dass sie immer ein Limit angeben. Es kann nämlich schnell passieren, dass beim Kauf von Aktien ein höherer Kurs vorliegt, als man eigentlich einkalkuliert hat. Beim außerbörslichen Handel sollten zudem die Kosten einkalkuliert werden, die bei der jeweiligen Bank oder beim Broker anfallen. Hier lohnt es sich, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen, um das beste Produkt zu finden.


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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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