Wirtschaft

LEG-Chef Lars von Lackum warnt vor steigenden Zinsen: Wohnungsbau und Immobilienmarkt unter Druck

Der Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Wohnungskonzerns LEG Immobilien, Lars von Lackum, warnt angesichts des jüngsten Zinsanstiegs vor zusätzlichen Belastungen für den Wohnungsneubau. „Er trifft vor allem alle, die bauen möchten“, sagte von Lackum dem „Handelsblatt“.

Für private Bauherren verteuere sich die Finanzierung, sodass sich viele Interessenten weniger leisten könnten als erhofft. Auch für professionelle Entwickler werde die Kalkulation schwieriger. „Und diese Kalkulationen wackeln, das muss man einfach sagen. Für den Neubau sind das schlechte Nachrichten“, so der LEG-Chef weiter.

Er verwies auf einen Zinsanstieg von zuletzt rund 100 Basispunkten. Auch die LEG selbst werde die höheren Finanzierungskosten ab dem kommenden Jahr zu spüren bekommen. Da der Konzern jährlich rund eine Milliarde Euro refinanzieren müsse, rechnet der Vorstandschef mit Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro im Jahr. Für die LEG sei dies zwar „unschön“, aber verkraftbar, so von Lackum.

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Auch am Transaktionsmarkt sieht er bereits negative Folgen. Nach einem deutlichen Plus im ersten Halbjahr stagniere das Transaktionsvolumen nach neun Monaten auf Vorjahresniveau. „Dem Markt geht etwas die Puste aus“, sagte der LEG-Chef. Für das Gesamtjahr erwarte er sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Vor allem große Immobilientransaktionen dürften weiterhin selten bleiben.

Zugleich warnte er, dass sich in Folge der Vergesellschaftungsdebatte in Berlin die Konditionen für alle Immobilienkreditnehmer in Deutschland verschlechtern könnten. Wenn die Risikoaufschläge bei den Pfandbriefen deutlich stiegen, „weil in Berlin das Grundpfandrecht nichts mehr wert ist, zahlen alle Kreditnehmer eines Hypothekenkredits die Zeche“, warnte von Lackum.

Foto: Neubauten (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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