Nürnberg – Seit Beginn der Bausaison vor einigen Wochen ist für viele Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe schon wieder ein Fall für die Versicherung eingetreten. Kaum eine andere Branche ist mit derart vielen Gefahren konfrontiert: Unfälle, Brände, Witterungsschäden, Diebstahl und Vandalismus. Auch ein Blick in die Statistik offenbart: Das Baugewerbe ist ein gefährliches Pflaster. Den letzten Zahlen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) zufolge wurden 2014 bundesweit 103.731 Arbeitsunfälle auf Baustellen registriert. „Auch die finanziellen Risiken für Bauunternehmer sind hoch. Ein passgenauer Versicherungsschutz ist daher unverzichtbar“, mahnt Jürgen Schulze, Experte für betriebliche Versicherungen bei der NÜRNBERGER Versicherung, und erläutert, worauf Unternehmer zur Absicherung ihres Baugewerbes noch achten sollten.

Das A und O: Arbeitsschutz und Sicherungsmaßnahmen

Grundsätzlich gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Gerade im Baugewerbe, wo das Unfallrisiko circa 2,5 mal höher als in vielen anderen Branchen ist. So ereignen sich laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin über 20 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland auf dem Bau. Abstürze, aber auch fatale Unfälle mit Kraftfahrzeugen oder schweren Maschinen wie Kränen oder Gabelstaplern sind an der Tagesordnung. „Wenn ein Arbeitgeber Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes missachtet und notwendige Sicherheitsmaßnahmen unterlässt, kann er grundsätzlich auch für die Folgen haftbar gemacht werden“, weiß Jürgen Schulze von der NÜRNBERGER. „Diese Kosten werden auch nicht von der Betriebshaftpflicht gedeckt, da diese nur bei Schäden gegenüber Dritten eintritt“, warnt Schulze. Zudem drohen dem Arbeitgeber strafrechtliche Konsequenzen, wenn er Arbeitsschutzrichtlinien verletzt.

Quelle: NÜRNBERGER Versicherung

Quelle: NÜRNBERGER Versicherung

Haftungsausschluss durch „Höhere Gewalt“?

Wer haftet, wenn Niederschläge und Unwetter Bauleistungen noch während der Bauphase beschädigen? Nach den „Allgemeinen Regelungen für Bauarbeiten“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN 18299) muss jeder Bauunternehmer Sicherungsmaßnahmen gegen Schäden durch Niederschläge treffen. „Das gilt auch für außergewöhnliche Wetterereignisse“, betont Schulze. „Unternehmen können sich in solchen Fällen nicht immer auf höhere Gewalt beziehen.“ Allerdings zeigen die Unwetter und Überschwemmungen der letzten Wochen auch deutlich die Grenzen vorbeugender Maßnahmen auf. „Da Klimaforschern zufolge die Bedrohung durch Unwetter mit Starkregen und Sturm weiter zunehmen wird, sollten Bauunternehmen auch eine zusätzliche Versicherung gegen Elementarschäden durch Überschwemmungen, Erdrutsche oder Ähnliches abschließen“, rät Schulze.

Welche Versicherungen braucht ein Bauunternehmen noch?

Gerade in der Baubranche, die so viele unterschiedliche Betriebe und Gewerke umfasst – das Spektrum reicht vom Hoch- und Tiefbau über den Dachdecker bis zum Installateur – ist ein passgenauer Versicherungsschutz wichtig. „Mit Bausteinsystemen wie dem NÜRNBERGER ProfiLine UnternehmensSchutz lassen sich sogar die Kosten minimieren“, so Schulze. Die einzelnen Bausteine – Geschäftsinhaltsversicherung, Betriebshaftpflicht und spezielle Versicherungen für Sachwerte wie Maschinen oder Elektronik sowie für Transporte – können nach individuellen Anforderungen miteinander kombiniert werden und ergeben so einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz. „Das ist wichtig in einer Branche, die so viele kleine Unternehmen aufweist, die meist unter einem permanenten Kostendruck stehen“, weiß Jürgen Schulze. Speziell auf das Bauhauptgewerbe und auf das Baunebengewerbe abgestimmte Deckungskonzepte bieten zudem wichtige branchenspezifische Produktfeatures und Leistungsextras.

Obligatorisch: Die Betriebshaftpflichtversicherung

Wer arbeitet, macht Fehler. Arbeitsunfälle betreffen meistens nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Dritte und verursachen Schäden an eigenen oder fremden Sachen: Bei Installationsarbeiten auf der Baustelle stößt ein Mitarbeiter versehentlich die bereitgestellten Fenster des Glasers um, bei Malerarbeiten an der Fassade tropft Farbe auf darunter parkende Autos, durch die Unachtsamkeit eines Baggerführers wird beim Beladen eines LKWs mit Bauschutt ein Passant schwer verletzt. „Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist für jedes Unternehmen, das Bauarbeiten ausführt, daher schlicht und ergreifend unverzichtbar“, betont der Experte. Sie leistet Ersatz bei Sachschäden und übernimmt bei Personenschäden unter anderem Behandlungskosten und zahlt Schmerzensgeld. „Unternehmer sollten unbedingt auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme achten“, so Schulze. „Drei Millionen Euro sollten das absolute Minimum sein. Bei größeren Betrieben bzw. Bauprojekten sind sogar fünf Millionen Euro empfehlenswert.“

Geschäftsinhaltversicherung

Gerade in der Baubranche sind die Investitionen in das eigene Unternehmen in der Regel sehr hoch: Einrichtung, Baugeräte und Maschinen, Betriebs- und Baustoffe binden viel Kapital. „Werden diese beschädigt oder zerstört, hat dies meist schmerzhafte Verluste für einen Bau- oder Handwerksbetrieb zur Folge,“, erläutert Schulze. Insbesondere wenn auch noch Ertragsausfälle oder Vertragsstrafen drohen – weil es zum Beispiel nach einem Brand zu einer längeren Betriebsunterbrechung kommt und Lieferverträge nicht eingehalten werden können. Mit einer Geschäftsinhalts-Versicherung können Unternehmer grundsätzlich ihr gesamtes Betriebsinventar absichern. Die NÜRNBERGER Versicherung bietet Firmeninhabern mit dem ProfiLine UnternehmensSchutz die Möglichkeit, ganz individuell zu wählen, gegen welche Gefahren sie ihren Betrieb versichern wollen: Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Sturm und Hagel – und einiges mehr.

Gefahren auf Baustellen absichern

Während die Geschäftsinhalts-Versicherung auf dem eigenen Betriebsgelände greift, müssen Risiken auf (öffentlichen) Baustellen zusätzlich versichert werden. Eine Bauleistungsversicherung sichert die Bauleistungen und -materialien während der gesamten Bauzeit auf der Baustelle ab. „Da Bauarbeiten mit den entsprechenden Maschinen stehen und fallen, ist für Bauunternehmen auch eine zusätzliche Maschinenversicherung sinnvoll“, meint der Experte für Betriebsversicherungen. Sie leistet Ersatz bei Beschädigungen von Baugeräten wie Mischanlagen, Kränen oder Baggern, egal ob durch Bedienungsfehler, Fahrlässigkeit, Böswilligkeit oder Überspannung.

Quelle: NÜRNBERGER Versicherung

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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