Düsseldorf. Trotz der Krise fällt das tarifliche Weihnachtsgeld auch in diesem Jahr in vielen Branchen höher aus als im vergangenen Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer Auswertung von Tarifverträgen aus 23 Branchen. Die tarifliche Jahressonderzahlung werde allerdings nicht in allen Betrieben auch in vollem Umfang ausgezahlt.

Das Plus betrage je nach Tarifbereich zwischen 1,5 und 7,3 Prozent, teilten die Düsseldorfer Experten am Montag mit. Dies entspreche bezogen auf die mittlere Vergütungsgruppe einem Steigerungsbetrag zwischen 16 und 117 Euro. «Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den Tarifabschlüssen in der Tarifrunde 2009», sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

Eine repräsentative Befragung des WSI unter Betriebsräten in Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten habe allerdings ergeben, dass die Betriebe Öffnungsklauseln nutzen, die in vielen Tarifverträgen Abstriche bei der Jahressonderzahlung erlauben, wenn die wirtschaftliche Entwicklung sehr negativ verläuft.

(DDP)

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