Die Frage nach den Stärken und Schwächen eines potentiellen Mitarbeiters gehört zu den Momenten im Bewerbungsgespräch, auf die man sich als Bewerber unbedingt einstellen und ausreichend vorbereiten sollte. Dem zukünftigen Vorgesetzten geht es bei dieser Frage zwar sicherlich weniger um eine bestimmte Antwort, sondern viel mehr um den Umgang des Jobanwärters mit dieser heiklen Thematik, dennoch sollte man sich im Vorfeld gründlich überlegen, welche Auskunft man über sich selbst erteilt – und welches Bild man damit folglich im Verlauf der Unterhaltung von sich vermittelt. Gerade Arbeitnehmer im Bereich der Zeitarbeit sind häufiger mit Bewerbungsgesprächen und Castings konfrontiert, als Menschen mit einer dauerhaften Einstellung an einem Einsatzort. Wenn man jedoch einige Tipps beachtet, kann man mit Selbstsicherheit und einem positiven Gefühl in das nächste Bewerbungsgespräch gehen, von sich überzeugen und einen interessanten Job im Bereich der Zeitarbeit oder einer anderen Branche für sich gewinnen.

 

Wie verhalte ich mich, wenn ich nach meinen Stärken und Schwächen gefragt werde?

 

Wichtig ist es zunächst einmal, keine Rolle zu spielen und authentisch zu bleiben, denn Personalmanager sind in aller Regel darauf geschult, Schauspielereien schnell zu erkennen. Seien Sie einfach Sie selbst, stehen Sie zu Ihren Schwächen und versuchen Sie, einige harmlosere Schwächen, elegant verpackt, sodass Sie auch als Stärke gedeutet werden können, zu nennen – das zeigt, dass Sie selbstkritisch sind und eigene Fehler erkennen und daran arbeiten können. Zu ehrliche und direkte Antworten auf die Frage nach den Schwächen (beispielsweise Unpünktlichkeit oder Unzuverlässigkeit) wirken in der Regel eher abschreckend auf das Gegenüber, da diese den Anschein erwecken, dass der Kandidat seine Zeitarbeit nicht gut erledigen wird. Schwächen, wie beispielsweise Abhängigkeiten oder Aggressivität, die einen für den gewünschten Beruf disqualifizieren könnten, sollte man hingegen besser ganz für sich behalten. Wenn Schwächen erwähnt werden sollte daher auf jeden Fall ein angemessenes Maß an Einsicht und der Wille zur Verbesserung der Situation herauszuhören sein. So kann man beispielsweise erwähnen, dass man mangelnde Kenntnisse in einer Sache mit Weiterbildung ausgleichen möchte. Dies bezeugt gleichzeitig Motivation und Engagement.  Auch empfiehlt es sich gezielt Schwächen zu nennen, die für die angestrebte Stelle ohne Relevanz sind, so ist zum Beispiel mangelndes handwerkliches Geschick für einen Verkäufer oder einen Büroangestellten irrelevant.

 

Geeignete “Schwächen” zur Nennung in einem Bewerbungsgespräch sind beispielsweise:

 

– mangelnde Berufserfahrung, v.a. bei jungen Menschen/ Berufs(wieder)einsteigern

– Unsicherheiten im Umgang mit bestimmten Computerprogrammen

– man möchte zu viele Aufgaben auf einmal erledigen

– Schwächen, die keine Auswirkung auf die Stelle haben, auf welche die Bewerbung erfolgt (kein Führerschein o.ä.)

 

 

oder auch

 

– “Ich beherrsche außer Englisch/ Französisch/… keine weitere Fremdsprache.”

 

Sicherlich verfügen Sie über zahlreiche Stärken, die nicht nur im Bereich der Zeitarbeit überzeugen und einen interessanten Kontrast zu Ihren Schwächen darstellen. Ein zu direktes Aufzählen von Stärken wirkt so, als ob der Kandidat sich diese im Vorfeld der Unterhaltung genau überlegt hat und einfach auswendig aufzählt. Geschickter ist es, seine Stärken als Nebensächlichkeiten anzuführen. Im Bewerbungsgespräch ist es besonders eindrucksvoll, solche Stärken zu nennen, die unmittelbar mit dem späteren Bereich der Zeitarbeit in Verbindung stehen, wie beispielsweise:

 

– Belastbarkeit

– Teamfähigkeit

– Lernfähigkeit

– Flexibilität

– Kreativität

– die Fähigkeit, zielorientiert zu arbeiten und Probleme schnell lösen zu können

– Geduld

– Spaß am Umgang mit Menschen

– gute Fremdsprachenkenntnisse

– das Vorhandensein eines Führerscheins (je nach Bereich)

– bereits gesammelte Erfahrungen in diesem Bereich der Zeitarbeit/ einem ähnlich orientierten Unternehmen bzw. einer verwandten Branche

 

Wichtig ist während des Bewerbungsgesprächs nur, keinesfalls zu dick aufzutragen, denn das kann schnell arrogant wirken und den potentiellen Arbeitgeber abschrecken. Sowohl für Stärken, als auch für Schwächen kann es hilfreich sein, einige konkrete Beispiele zu nennen, damit der zukünftige Vorgesetzte merkt, dass die genannten Stärken und Schwächen nicht auf fehlender Selbsteinschätzung beruhen und eine realistische Wertung darstellen.

 

Quelle: piening-personal.de

ANZEIGE:
Veröffentlicht am: