Halle. Immer mehr ostdeutsche Wohnungsbaugesellschaften haben Probleme, Kredite von internationalen Banken zu bekommen. Das berichtet der Verband der Wohnungswirtschaft in Sachsen. Direktor Siegfried Schneider sagte dem Rundfunksender MDR INFO am Montag, das Kreditgeschäft sei viel komplizierter geworden. «Infolge der Finanzkrise übertragen viele internationale Banken die Erfahrungen aus dem US-Geschäft auf den deutschen Immobilienmarkt.» Sie bezweifelten die Kreditwürdigkeit vieler ostdeutscher Wohnungsunternehmen, weil diese häufig verschuldet seien und einen hohen Leerstand aufwiesen. Deswegen hätten alle 130 Verbandsmitglieder die Erfahrung gemacht, dass manche Finanzinstitute ihnen keine Kredite gewährten.

«Die Banken berücksichtigen aber nicht, dass es bisher kaum Insolvenzen von Wohnungsbaugesellschaften gegeben hat», gab Schneider zu bedenken. Auch seien die Mieter zuverlässiger geworden und hätten kaum noch Mietschulden. «Die Wohnungsunternehmen sind nach deutschem Verhältnis stabil aufgestellt. Die internationalen Banken verstehen möglicherweise viel von Aktien, aber nichts vom deutschen Immobiliengeschäft.»

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